Schlechtestes Ergebnis seit Wiedervereinigung
Deutscher Automarkt bricht ein

Der deutsche Automarkt hat 2007 das schlechteste Ergebnis seit der Wiedervereinigung eingefahren. Der Absatz fiel mit einem Wert zwischen 3,16 Mill. und 3,17 Mill. so schlecht aus wie noch nie seit 1990. Das teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Donnerstag in Frankfurt mit.

HB FRANKFURT/M. Ursache für den Einbruch sind die Mehrwertsteuererhöhung vom Jahresbeginn sowie die Verunsicherung der Verbraucher wegen der Klimadebatte. Gegenüber dem Vorjahr betrug das Minus neun Prozent. 2006 war die Zahl der Neuzulassungen - auch dank vorgezogener Käufe vor der Steuererhöhung - noch um 3,8 Prozent gewachsen. Für das Jahr 2008 erwartet der VDA ein leichtes Plus auf mindestens 3,2 Millionen.

Nach elf Monaten war bereits absehbar, dass die vom VDA noch zur Jahresmitte prognostizierten 3,2 Millionen Neuanmeldungen nicht zu schaffen sind. 2006 waren 3,47 Millionen Pkw und Kombi auf deutschen Straßen neu zugelassen worden.

Experten gehen davon aus, dass der deutsche Pkw-Markt auch in den nächsten Jahren schwach bleiben wird.

Export-Rekord

Andererseits hat der boomende Export den Einbruch auf dem Inlandsmarkt kompensiert. Mit 5,7 Millionen Pkw (plus sechs Prozent) erzielt die deutsche Autoindustrie in diesem Jahr den Angaben zufolge ein Allzeithoch bei der Inlandsproduktion, die Auslandsproduktion überschreitet erstmals die Fünf-Millionen-Marke. Mit etwa 4,3 Millionen Pkw, das entspricht einem Zuwachs von zehn Prozent, wird der fünfte Exportrekord in Folge erzielt.

Die Zahl der neu zugelassenen Pkw in Deutschland werde auf 3,15 Millionen sinken, hatte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) bereits am Mittwoch in Flensburg mitgeteilt. Der Importeursverband VDIK sprach vom niedrigsten Niveau seit der Wiedervereinigung. 2006 waren laut KBA noch 3,47 Mill. Neuwagen registriert worden.

Von Januar bis Ende November 2007 wurden nach Angaben der Behörde 2,91 Mill. Autos erstmals zugelassen, 258 000 oder 8,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Im November sank die Zahl um 13 Prozent auf 283 921. Gefragt waren laut KBA vor allem Kleinwagen, alle anderen Segmente waren rückläufig. Am deutlichsten fiel das Minus mit 25,7 Prozent bei Sportwagen aus. Der Anteil privater Käufer ging auf 37,3 Prozent zurück.

VDIK-Präsident Volker Lange sagte, die schlechteren Zahlen im November seien zum Teil vorhersehbar gewesen, weil es Ende 2006 große Vorzieheffekte wegen der Erhöhung der Mehrwertsteuer gegeben habe. Allerdings habe auch die Verunsicherung der Verbraucher erheblich zu dem starken Rückgang beigetragen. „Die Kaufzurückhaltung der Bürger hält weiter an.“ Lange forderte eine schnelle Entscheidung über eine C02-basierte Kfz-Steuer sowie staatliche Förderungen und steuerliche Entlastungen für abgas- und verbrauchsärmere Fahrzeuge.

Wie das KBA mitteilte, stieg die Zahl der neu zugelassenen Nutzfahrzeuge im November um 12,8 Prozent. Bei Bussen zog der Wert um fast 30 Prozent an, bei Lastwagen um 16 Prozent. Insgesamt wurden im abgelaufenen Monat 325 248 Kraftfahrzeuge neu zugelassen (minus 10,4 Prozent), 562 623 wechselten den Besitzer (minus 11,1 Prozent).

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