Schleppender Stellenabbau
BMW kämpft um die Sparziele

Der Stellenabbau stockt und wird teurer, Dollarschwäche und Rohstoffpreise belasten den Autobauer zusätzlich. Für den Konzern wird es immer schwieriger, sein Spartempo zu halten. Und auch die Modellpolitik spielt den Rendite-Zielen des BMW-Chefs Reithofer nicht gerade in die Karten.

MÜNCHEN. Der Münchener Autohersteller BMW ringt mit seinen Sparzielen. Gut fünf Monate nach Beginn des umfangreichen Stellenabbaus wird es für den Konzern immer schwieriger, das Tempo zu halten. Während sich die Rohstoffpreise und die Wechselkurse für BMW weiter verschlechtern, droht auch das Stellenabbauprogramm zu stocken. Zwar bekräftigt der Konzern, beim geplanten Abbau von 8 100 Stellen in diesem Jahr "im Plan zu liegen". Konkrete Zahlen nennt BMW aber nicht.

Arbeitnehmervertreter stellen den Erfolg des Jobabbaus bereits infrage. "Wir haben frühzeitig darauf hingewiesen, dass die Zahlen nicht zu erreichen sind", sagt Aufsichtsratsmitglied Werner Neugebauer, Vorsitzender der IG Metall Bayern, dem Handelsblatt. Zwar sei die Masse der 5000 Zeitarbeiter abgebaut, dafür hake es aber bei den Stammkräften. Nach Gewerkschaftsangaben sind erst einige Hundert Aufhebungsverträge unterschrieben.

BMW will bis Ende des Jahres den Stellenabbau abgeschlossen haben. Wie schwierig das wird, zeigen die Zahlen zum ersten Quartal. Einer Reduzierung der Belegschaft von 0,2 Prozent stehen Aufwendungen von 40 Millionen Euro gegenüber. Diese Zahl dürfe aber nicht auf das Jahr hochgerechnet werden, heißt es bei BMW. Konkret: Es wird ab jetzt deutlich teurer.

Zwei Gründe machen Personalvorstand Ernst Baumann die Aufgabe schwer. Zum einen ist BMW bis 2013 an eine Beschäftigungssicherung gebunden. "Damit gilt das Prinzip der Freiwilligkeit", betont die IG Metall. Auch deshalb bietet das Unternehmen keine "offene Regelung" an: Nicht jeder Mitarbeiter darf das Angebot annehmen. Die Münchener wollen verhindern, dass wechselwillige Spezialisten das Haus auch noch mit üppiger Abfindung verlassen. Teurer als ursprünglich geplant wird das Projekt ohnehin: Seit 2006 müssen Abfindungen versteuert werden.

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