Schlichter legen Preis fest
EADS will sich Airbus-Übernahme 2,75 Milliarden kosten lassen

Dass der britische Rüstungskonzern BAE Systems seine 20-prozentige Beteiligung am Flugzeugbauer Airbus an EADS verkaufen will, stand fest. Nur über den Preis konnten sich beide Seiten noch nicht einigen. Nun liegt ein Kompromissvorschlag vor.

HB MÜNCHEN. EADS wolle die Summe von 2,75 Mrd. Euro in bar begleichen, teilte der Konzern am Sonntagabend mit. Mit der Übernahme würde EADS zum Alleineigentümer des europäischen Flugzeugbauers Airbus.

BAE hatte Anfang April erklärt, sich aus dem zivilen Flugzeuggeschäft zurückzuziehen und den Erlös aus dem Airbus-Verkauf zum Ausbau des transatlantischen Rüstungsgeschäfts und der Raumfahrt nutzen zu wollen. Da sich BAE und EADS nicht auf einen Preis einigen konnten, war die Investmentbank Rothschild als Schlichter berufen worden. Diese setzte den Preis nun auf 2,75 Mrd. Euro fest. Der Abschluss der Transaktion bedarf der Mitteilung zufolge aber noch der Zustimmung der Aktionäre von BAE Systems.

„Nachdem der Preis festgesetzt wurde, wird das Board von BAE Systems nun über die Empfehlung für die Aktionäre beraten“, teilte BAE mit. Netto würden BAE nach Abzug von ausstehenden Darlehen von Airbus sowie Transaktionskosten voraussichtlich 1,65 Mrd. Euro zufließen.

A380-Desaster mindert Airbus-Wert

Aus der EADS-Bilanz hatte sich ein Wert für die BAE-Beteiligung an Airbus von 3,5 Mrd. Euro ergeben. Analysten hatten deshalb zunächst mit einem deutlich höheren Preis für den Anteil gerechnet. Die jüngsten Probleme bei Airbus mit seinem Prestigeobjekt A380 dürften den Wert aber gemindert haben.

In der Firmenkasse von EADS waren Ende März 5,9 Mrd. Euro, die für Zukäufe ausgegeben werden sollten. EADS stand es frei, für den Airbus-Anteil in bar oder in Aktien oder eine Kombination aus beidem zu zahlen.

Airbus war wegen erneuter Lieferschwierigkeiten beim doppelstöckigen A380 in die Krise geraten; daraufhin war auch der Mutterkonzern EADS ob der zu erwartenden Gewinnausfälle in Milliardenhöhe schwer unter Druck geraten. EADS hatte am Sonntag personelle Konsequenzen gezogen. Der französische EADS-Co-Chef Noel Forgeard sowie der deutsche Airbus-Chef Gustav Humbert räumten ihre Posten. Forgeards Nachfolger an der Spitze des EADS-Konzerns wird an der Seite des Deutschen Tom Enders der Chef der französischen Bahn, Louis Gallois. Neuer Airbus-Chef wird mit Christian Streiff wieder ein Franzose.

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