Schließung Anfang 2015: Opel droht mit früherem Produktionsstopp in Bochum

Schließung Anfang 2015
Opel droht mit früherem Produktionsstopp in Bochum

Opel erhöht vor den Verhandlungen zum Zukunftsplan Druck auf Belegschaft. Aufsichtsratschef Girsky droht in einem Brief damit, das Werk in Bochum schon Anfang 2015 zu schließen. Und Girsky fordert weitere Einsparungen.
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BochumOpel droht mit dem Ende der Fahrzeugproduktion in Bochum bereits Ende 2014. In den Verhandlungen über die Zukunft von Opel in Deutschland müssten Unternehmen und Arbeitnehmer "noch im Februar zu einer Lösung kommen", forderte Opel-Aufsichtsratschef Stephen Girsky am Dienstag in einem Schreiben an die Belegschaft. Komme es zu keiner Einigung, werde die Autoproduktion im Werk Bochum schon "zum 1. Januar 2015 komplett eingestellt".

Opel hatte im Dezember erklärt, die Autoproduktion in Bochum 2016 auslaufen zu lassen. Bedingung für diesen späteren Termin sei jedoch der erfolgreiche Abschluss von Verhandlungen mit der Belegschaft über den "Deutschland-Plan", den Opel im Juni vorbestellt hatte, sagte ein Opel-Sprecher in Rüsselsheim. Der bisherige Standortsicherungsvertrag sieht demnach vor, dass die Produktion in Bochum Ende 2014 ausläuft. Beim Deutschland-Plan handle es sich um einen "Anschlussvertrag". Im Werk Bochum arbeiten 3200 Menschen.

Opel hatte der Belegschaft im Deutschland-Plan in Aussicht gestellt, bis Ende 2016 auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Zudem will Opel in den kommenden Jahren in einer Offensive zahlreiche neue Modelle auf den Markt bringen. Gleichzeitig strebt der kriselnde Autohersteller an, seine Kosten zu senken und wieder profitabel zu werden. Opel schreibt seit Jahren Verluste. Der Druck der US-Konzernmutter General Motors (GM) ist deswegen hoch.

Aufsichtsratschef Girsky forderte von der Belegschaft Zugeständnisse. Um wieder zu wachsen und Kosten zu sparen, "müssen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Beitrag leisten", erklärte Girsky in dem Schreiben an die Belegschaft. Gefordert seien "weitere beträchtliche Einsparungen".

So könne das Unternehmen sich "beispielsweise keine Tariferhöhungen leisten", solange es Verluste schreibe, erklärte Girsky. GM sei "bereit, Opel finanziell zu unterstützen, sofern Opel sich in Deutschland so aufstellt, dass wir wieder wettbewerbsfähig und profitabel werden".

Girsky zeichnete ein düsteres Bild der Ausgangslage für Opel. "Die Situation auf dem gesamten europäischen Markt ist nach wie vor katastrophal; das ist eine schwierige Grundlage für die anstehenden Verhandlungen." In diesem Jahr werde der Markt voraussichtlich weiter schrumpfen und unter das Niveau von 2012 fallen. "Es ist nicht nur unrealistisch, sondern auch illusorisch zu glauben, dass sich der Markt rasch erholt und uns aus dieser Situation hilft."

"Wir dürfen nun keine Zeit verlieren und müssen die Weichen für eine profitable Zukunft stellen", forderte Girsky. Andere Autohersteller hätten in den vergangenen Wochen und Monaten angekündigt, Stellen zu streichen und Werke zu schließen.

Ford will dieses Jahr seine Fabriken im südenglischen Southampton und in Dagenham bei London schließen und im kommenden Jahr sein Werk im belgischen Genk. Insgesamt streicht Ford in Europa 6200 Stellen, das sind 13 Prozent der Mitarbeiter. In Frankreich will Renault bis Ende 2016 rund 7500 Arbeitsplätze abbauen. Bereits im vergangen Jahr hatte Konkurrent PSA Peugeot Citroën den Abbau von 8000 Stellen in Frankreich angekündigt.

Kommentare zu " Schließung Anfang 2015: Opel droht mit früherem Produktionsstopp in Bochum"

Alle Kommentare
  • Und "deine" schreibt man bei persönlichen Ansprachen GROSS!
    Aber "deine" Intelligenz merkt man schon an Text.
    Beati pauperes spiritu, sic eos caelum est.

  • An Pandora,

    Pförtner schreibt man mit "t"
    Aber deine Intelligenz merkt man schon an Text.

  • Das ist Erpressung und die ist strafbar.

  • Seit nunmehr über 12 Jahren verzichten die Opelmitarbeiter.
    Trotzdem geht es Opel jedes Jahr schlechter.
    Besser wäre es,bei denen zu kürzen,die das Unternehmen an die Wand gefahren haben.
    Die Unfähige Führung von GM.
    Eine andere Möglichkeit wäre,das Unternehmen der Belegschaft zu übertragen.
    Gruß Helmut Fichtl

  • Bereits seit 12 Jahren macht die Opel Belegschaft ein Zugeständniss nach dem anderen.
    Trotzdem werden die Verkaufszahlen immer schlechter.
    Bei dieser unfähigen Führung. Währe es an der Zeit das die Belegschaft das Unternehmen selbst übernimmt.

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