Schließung und Verkauf sind unwahrscheinlich
Handysparte von Siemens findet wenig Interesse

Der Verkauf der Handysparte von Siemens wird immer unwahrscheinlicher. Viele Konkurrenten haben bereits abgewunken.

HB BERLIN. Die Handysparte von Siemens entpuppt sich als Ladenhüter. Viele Konkurrenten haben bereits abgewunken und lehnen einen Kauf ab, berichtet das Magazin «Focus» am Wochenende. Drei nicht näher genannte asiatische Hersteller haben dem Magazin zufolge eine Übernahme geprüft und verzichtet. Auch der als Joint-Venture-Partner oder Käufer gehandelte chinesische Hersteller Haier habe abgesagt. «Wir sind zu klein», begründete der Europa-Chef von Haier, Paolo Mainardi, die Absage.

Motorola hingegen und die chinesische Huawei stehen dem «Fous» zufolge einer Zusammenarbeit offen gegenüber. Der Chef der europäischen Motorola-Sparte, Greg Estell, wird mit den Worten zitiert, sein Unternehmen schaue sich alle Gelegenheiten an. Huawei-Manager Sören Pürschel sagte indes dem «Focus»: «Passen würde es. Wir haben UMTS-Handys, Siemens eine gute Marktposition». Siemens bringt erst im Herbst ein eigenes UMTS-Telefon auf den Markt – deutlich später als die Konkurrenz. Nokia, Samsung, Motorola oder SonyEricsson haben schon solche Geräte im Angebot.

Siemens hält sich für die Handysparte bislang alle Optionen offen. Der Verkauf, die Sanierung, aber auch die Schließung der defizitären Sparte stünden zur Disposition, hatte der frühere Siemens-Chef und heutige Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer betont.

Eine Schließung gilt indes als unwahrscheinlich. Von Pierer hatte dieser Option indirekt eine Absage erteilt, als er einer Zeitung gegenüber feststellte, eine Schließung vernichte viel Wert und ignoriere die Interessen der Mitarbeiter. Fiele der Verkauf ebenfalls aus, bliebe Siemens auf der Handysparte sitzen und müsste das Geschäft sanieren. Der neue Siemens-Chef Klaus Kleinfeld hat sich hinsichtlich seiner Pläne bislang bedeckt gehalten.

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