Schließung zweier Werke in Hessen erwägt: MAN Roland will weiter sparen

Schließung zweier Werke in Hessen erwägt
MAN Roland will weiter sparen

Im Zuge der Sanierung seines Bogendruckgeschäfts prüft der weltweit zweitgrößte Druckmaschinenhersteller MAN Roland die Schließung zweier Werke mit zusammen 700 Mitarbeitern in Hessen.

HB MÜNCHEN. Um den defizitären Bogendruck in diesem Jahr profitabel zu machen, arbeite MAN Roland an einem Konzept, sagte ein Sprecher der Druckmaschinensparte des Münchener Maschinen- und Nutzfahrzeugbauers MAN am Montag. Über eine Schließung der beiden Bogendruck-Standorte Mainhausen mit 400 Beschäftigten und Geisenheim mit 300 Beschäftigten sei noch keine Entscheidung gefallen, betonte er. Das zu erarbeitende Konzept sehe verschiedene Varianten vor. „Die Schließung ist eine davon.“ Zum zeitlichen Fahrplan der Verhandlungen äußerte er sich nicht.

Sollten Mainhausen und Geisenheim aufgegeben gemacht werden, wäre Offenbach mit 2600 Mitarbeitern das einzige MAN-Werk für Bogendruckmaschinen. Die Arbeitnehmervertretung von MAN Roland hofft auf einen Erhalt der beiden Standorte. „Das Kostenproblem ist da“, sagte Betriebsratschef Jürgen Bänsch. „Wir hoffen aber, dass ein Konzept erarbeitet wird, das den Erhalt aller drei Standorte vorsieht“, fügte er hinzu. Die Mitarbeiter seien zu Einschnitten bereit.

Ende 2004 hatte sich MAN Roland sowohl im bayerischen Augsburg, wo Rollendruckmaschinen - etwa für den Zeitungsdruck - hergestellt werden, als auch im Bogendruck-Werk Offenbach auf ein Sparpaket geeinigt. Für Offenbach wurde unter anderem eine mögliche Verlängerung der Arbeitszeit auf 38 von 35 Stunden vereinbart. Die kleineren Werke in Mainhausen und Geisenheim schlossen sich der Vereinbarung damals nicht an. „Wenn sie dies getan hätten, wären wir in einer günstigeren Lage“, sagte der Betriebsratschef. Nun befürchte die Belegschaft aber, dass es zur Schließung kommen könnte, sollten sich Arbeitnehmer und Unternehmensführung nicht auf Einsparungen einigen.

Die Druckmaschinensparte, das Sorgenkind von MAN, hatte im vergangenen Jahr erneut einen Verlust verbucht. MAN hatte dafür unter anderem verzögerte Vereinbarungen zu Kosteneinsparungen verantwortlich gemacht. Während der Rollendruck-Bereich Geld verdiente, verbuchte der Bogendruck weiterhin einen deutlichen Verlust. „Dort müssen wir 2005 den Break-Even erreichen“, hatte der neue Vorstandschef Hakan Samuelsson angekündigt. „Samuelsson hat den Druck deutlich erhöht“, sagte Bänsch.

MAN-Aktien profitierten von den möglichen Werksschließungen. Sie kletterten um 1,2 % auf 34,58 € und gehörten zeitweise zu den größten Gewinnern im Dax. Die ganze Druckmaschinenbranche hat stark unter der Krise auf den Zeitungs- und Werbemärkten gelitten. Die nach MAN Roland weltweite Nummer drei, Koenig & Bauer hatte sich Anfang Februar mit den Arbeitnehmern auf flexiblere und längere Arbeitszeiten geeinigt. Die weltweit Nummer eins der Branche, Heidelberger Druck, verhandelt darüber noch.

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