Schließungen drohen
Europas Raffinerien unter Druck

Jede fünfte Raffinerie in Europa und den USA ist in den nächsten Jahren von der Schließung bedroht, so eine Studie der Beratungsgesellschaft A.T.Kearney. Die gesamte Branche sei in einem Wandlungsprozess.
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DüsseldorfDas Raffineriegeschäft steht weltweit im Umbruch und wird sich weiter verändern. „Der Ölverbrauch steigt in den Schwellenländern und er sinkt oder stagniert in den bereits entwickelten Staaten“, sagte Tobias Lewe, Partner des globalen Beratungsunternehmens A.T.Kearney, der Nachrichtenagentur dpa in Düsseldorf. Die Folge sei, dass in Asien, dem Nahen Osten und Osteuropa neue Raffinerien gebaut oder bestehende Kapazitäten ergänzt würden, während sie speziell in Westeuropa und der Ostküste der USA dichtmachen müssen. „In Europa und Nordamerika ist in den nächsten zehn Jahren jede fünfte Raffinerie von Schließung bedroht“, sagte Lewe. Die globalen Gewichte verschieben sich.

Die Raffinerien in Westeuropa leiden seit Jahren unter rückläufigen Margen. „Sie konnten kaum von den gegenwärtig hohen Preisen für Ölprodukte profitieren, die vor allem durch Steuern und die Rohölpreise zu erklären sind“, sagte Lewe. Vor allem beim Benzin stehe die Branche in Europa vor erheblichen Überkapazitäten, was für diejenigen Raffinerien kritisch sei, die vorwiegend dieses Produkt herstellen. Die Nachfrage gehe künftig zu hochwertigeren Ölprodukten und insbesondere auch alternativen Antriebsformen.

„Wer erfolgreich im Markt bestehen will, muss sich für das richtige Geschäftsmodell und das rechte Maße an Integration entlang der Lieferkette entscheiden“, erklärte der Experte für die Chemie- und Ölindustrie. Das könne für jede Raffinerie in ihrem jeweiligen Marktumfeld unterschiedlich aussehen. In dem margenschwachen europäischen Markt seien vor allem kleinere und nicht-integrierte Raffinerien gefährdet, die den Schwankungen der Märkte für Öl und Ölprodukte ungeschützt ausgesetzt seien. So ging musste vor einigen Monaten der Raffineriebetreiber Petroplus den Weg in die Insolvenz antreten.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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