Schließungspläne
Wulff mischt sich bei Conti ein

Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hat sich besorgt über die von Continental geplante Stilllegung der Pkw-Reifenfertigung in Hannover geäußert. Sein Einsatz für den Erhalt der dortigen Produktion war nach eigenen Worten bisher allerdings „ohne Ergebnis".

HB HANNOVER. Der CDU-Politiker sagte am Freitag in Hannover, die Landesregierung stehe im intensiven Kontakt zu Conti-Chef Manfred Wennemer und dem Aufsichtsratsvorsitzenden Hubertus von Grünberg, sagte Wulff am Freitag in Hannover. „Leider bisher ohne das Ergebnis, wie wir es uns wünschen.“ Er gebe die Hoffnung zwar nicht auf, habe aber keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass Wennemer die angekündigte Schließung zurücknehmen werde.

Die Schließung der Pkw-Reifenproduktion sei eine „unternehmerische Entscheidung“, sagte Wulff. Es gebe in diesem Punkt unterschiedliche Auffassungen zwischen Politik und Unternehmen. Er sprach von einem „schwierigen Verhältnis“. Wennemer habe ihm dargelegt, mit der Entscheidung würden auf Dauer eine Vielzahl anderer Arbeitsplätze gesichert. Wulff bezeichnete es als „Tragik“, dass die Beschäftigten erst im Frühjahr längeren Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich zum Joberhalt zugestimmt hätten. Dies sei eigentlich ein betriebliches Bündnis gewesen, wie es die Union stets fordere.

Der Autozulieferer und Reifenhersteller will gegen den Protest von Belegschaft und IG BCE bis Ende 2006 die Pkw-Reifenproduktion im Werk Hannover schließen. Rund 320 Arbeitsplätze sollen dabei wegfallen. Als Begründung für die Schließung der Pkw-Reifenproduktion in Stöcken Ende 2006 hatte Conti angeführt, das Wachstum in der Reifensparte sei geringer ausgefallen als erwartet. Die Produktion in Stöcken sei die kleinste und insgesamt auch die teuerste.

Die Gewerkschaft IG BCE und der Betriebsrat haben die Rücknahme dieser Pläne bis zur Aufsichtsratsitzung am 14. Dezember verlangt und anderenfalls mit der Kündigung von zehn Betriebsvereinbarungen zur Kostensenkung gedroht. IG BCE und Betriebsrat fürchten zudem, dass mittelfristig der gesamte Produktionsstandort Hannover mit über 2 000 Jobs gefährdet wird.

Erst im Mai hatten sich Management und Betriebsrat auf eine Vereinbarung für die Pkw-Reifenproduktion in Hannover geeinigt, um den Standort wettbewerbsfähiger zu machen. Durch diese Vereinbarung wurde die Arbeitszeit von 37,5 auf 40 Stunden pro Woche ohne Lohnausgleich angehoben. Vergangene Woche hatte Conti die Vereinbarung jedoch aufgehoben und die Stilllegung angekündigt.

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