Schlumberger: Die Folgen des billigen Öls

Schlumberger
Die Folgen des billigen Öls

Der niedrige Ölpreis fordert weitere Opfer. Die Gewinne des weltgrößten Ausrüsters für Gas- und Öl-Exploration Schlumberger fallen, es gibt Massenentlassungen. Die Zahlen dürften Trendcharakter für die Branche haben.
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Es sind vor allem die Aktionäre, die nichts merken sollen. Jedenfalls jetzt noch nicht: Schlumberger, weltgrößter Ausrüster für Gas- und Öl-Exploration, hebt die Dividende an. Um satte 25 Prozent wird die Aktionärsvergütung ab April 2015 stiegen. Das deutet auf ein gesundes Geschäft hin, sollte man meinen. Doch dem ist nicht so. Gleichzeitig müssen 9000 Mitarbeiter gehen, fast acht Prozent der Belegschaft. Denn „als Antwort auf fallende Ölpreise und in Erwartung sinkender Aufträge in 2015 haben wir uns entschlossen, die Belegschaft abzubauen, um sie besser an das erwartete Umfeld anzupassen“, heißt es im am Donnerstag veröffentlichten Quartalsbericht lapidar.

Das alles geschah blitzschnell: Rund 296 Millionen Dollar Aufwand für den Personalabbau sind in den Zahlen des vierten Quartals 2014 bereits enthalten. Auch das Fracking, das Rauspressen von Öl und Gas aus tiefer gelegenen Erdschichten unter Einsatz von Wasser und Chemikalien, ist zum Problem geworden. Auf das Projekt Eagle Ford Shale wurden erst einmal 200 Millionen Dollar abgeschrieben. Gleichzeitig treffen die Währungsturbulenzen das in Houston, Texas, beheimatete Unternehmen mit voller Wucht. Alleine die Aktivitäten in Venezuela mussten wegen der Dollarstärke um 472 Millionen Dollar abgewertet werden.

Schlumberger ist die erste der großen Energie-Aktien der Wall Street, die Zahlen vorlegt und die dürften Trendcharakter haben. Der Quartalsgewinn brach vergleichen zum Vorjahr von 1,66 Milliarden Dollar auf 302 Millionen Dollar ein. Der Umsatz legte moderat um sechs Prozent auf 12,6 Milliarden Dollar zu. Der wichtigste Termin ist der zweite Februar: Dann berichtet Ölgigant Exxon Mobil Corp. Am 30. Januar legt Chevron Zahlen und Ausblick vor.

Die Ölpreise fallen schon seit Monaten, ebenso wie die Schlumberger-Aktie, die in wenigen Monaten um 30 Prozent eingebrochen ist. Noch immer sind Experten und Investoren unsicher, wie sie die fallenden Energiepreise bewerten sollen. Wie auch immer: Das wahre Ausmaß des Preisverfalls wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen.

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  • Gleichzeitig müssen 9000 Mitarbeiter gehen, fast acht Prozent der Belegschaft. Denn „als Antwort auf fallende Ölpreise und in Erwartung sinkender Aufträge in 2015 haben wir uns entschlossen, die Belegschaft abzubauen, um sie besser an das erwartete Umfeld anzupassen“, heißt es im am Donnerstag veröffentlichten Quartalsbericht lapidar.

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    Wer glaubt dass die Energiekosten so tief bleiben...

    rechnet nur mit dem aktuellen Weltpreis...

    aber nicht mit zukünftigere Weltentwicklungen.

    Wer jetzt Fachpersonal entlässt,

    nutzt nur die Lage aus um etwa den Aktionären eine

    sparsame Unternehmensführung vor blenden zu wollen.

    Wer sogar seinem unternehmen verkauft oder teile davon

    wird sich schwarz ärgern schon ab Mitte 2015.




  • Interessant, wenn das jemand als neu verkaufen will!

    Selbst wenn dem so ist, ist das keine Rechtfertigung für eine Halbierung des Ölpreises.

    Erstaunlich ist auch, dass der fallende Ölpreis in den Medien als fallende Inflation und seitens der EZB die fallende Inflation als Gefahr einer Deflation erklärt wird.

    Während des Ölpreisanstiegs auf die über 100 USD konnte man nichts von Inflation in den Medien lesen. Ich erinner mich da nur noch an einen Spruch von Hans-Jürgen Fell, dem forschungspolitischen Sprecher der GRÜNEN aus dem Jahr 2003: "Nicht so schlimm wie 49." Gemeint ist 1949, als in der damaligen Situation das Geld "von einem auf den nächsten Tag" nichts mehr wert war.

    Da kann man nur wiederholen:
    "verantwortungslose Politiker im wahrsten Sinne des Wortes"

    Offensichtlich gibt es immer noch Politiker, die davon ausgehen, dass das Volk nicht "1 + 1" addieren kann.

    Pegida ist ein Stichwort, aber keinesfalls das wichtigste und in Punkto "Pegida" kann man wirklich streiten.

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