Schlussquartal
Neue Tests treiben Geschäft von Qiagen an

Deutschlands größtes Biotechunternehmen kommt in Schwung: Dank kräftiger Nachfrage nach neuen Tests und der Übernahme des US-Unternehmens AmniSure baut der Qiagen-Konzern seinen bereinigten Gewinn um 13 Prozent aus.
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FrankfurtNeue Tests und Analysegeräte sollen den Geschäften von Deutschlands größtem Biotechkonzern Qiagen in diesem Jahr kräftig Auftrieb verleihen. Nach Zuwächsen bei Umsatz und Gewinn 2012 sei Qiagen gut in das neue Jahr gestartet, sagte Konzernchef Peer Schatz am Mittwoch zu Journalisten in Düsseldorf. "Wir erwarten ein beschleunigtes Wachstum", sagte der Firmenchef. "Und das nicht nur auf der Umsatz- sondern auch auf der Ergebnisseite." Helfen soll dabei das vor rund einem Jahr eingeleitete Umbauprogrammm: Qiagen will die Auslastung seiner Werke verbessern und sich noch stärker auf Kerngeschäfte in der molekularen Diagnostik und angewandte Tests ausrichten.

Das 1984 in Düsseldorf gegründete Unternehmen ist auf Tests zum Nachweis von Krankheiten und Laborgeräte spezialisiert und steuert 2013 ein wechselkursbereinigtes Umsatzwachstum von fünf bis sechs Prozent an. Im vorigen Jahr hatte der Konzern 1,25 Milliarden Dollar eingenommen. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll auf 1,16 bis 1,18 Dollar zulegen nach zuvor 1,08 Dollar. Die operative Rendite seiner Geschäfte soll sich um mindestens einen Prozentpunkt auf mehr als 29 Prozent verbessern.

Fest im Blick hat Qiagen-Chef Schatz den weiteren Ausbau der Geschäfte in der molekularen Diagnostik. Dabei setzt Qiagen unter anderem auf seine Analyse-Maschine QIASymphony für Labore, die eine Vielzahl von Tests von der Probe bis zum Ergebnis verarbeiten kann. Das Testangebot, das auf der Maschine laufen kann, will Qiagen vergrößern. Schatz peilt an, dass Ende 2013 weltweit mehr als 1000 Maschinen in Laboren installiert sind nach rund 750 Ende des vergangenen Jahres. Mitte 2013 will Qiagen zudem ein Gerät zur Gen-Sequenzierung auf den Markt bringen, mit dem sich bespielsweise die DNA von Krebstumoren entschlüsseln lassen soll. "Wir lesen praktisch das Genom des Bösen", sagte Schatz. In diesem noch neuen Geschäft mit der Erbgutentzifferung sind aktuell die US-Firmen Illumina und Life Technologies führend.

Noch stärker Fuss fassen will Qiagen in den Schwellenländern. Trugen die Geschäfte dort im vergangenen Jahr etwa 13 Prozent zum Gesamtumsatz bei, sollen es Ende 2013 bereits 15 Prozent sein. Mittelfristig strebt Qiagen 20 Prozent an, wobei das Unternehmen aktuell vor allem China, Indien und Osteuropa im Visier hat. Größere Zukäufe plant Qiagen derzeit eher nicht. Gerade jetzt, wenn Qiagen sich stärker fokussiere, würden größere Zukäufe das Gegenteil bewirken und zu einer Verbreiterung der Geschäftsfelder führen, sagte Schatz. Kleinere Zukäufe von Unternehmen und Technologie stünden aber weiterhin auf der Agenda. "Das ist ein Grundrauschen, was wir auch in Zukunft haben werden", sagte Schatz.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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