Schmiergeld-Affäre
Hochtief-Tochter Leighton macht dubiose Geschäfte

Das gute Ergebnis der australischen Hochtief-Tochter Leighton wird durch dubiose Zahlungen überschattet. Möglicherweise hat das Unternehmen bei einem Geschäft im Irak Schmiergelder gezahlt.
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SydneyEin Tochterunternehmen der australischen Hochtief-Tochter Leighton Holding hat möglicherweise bei einem Geschäft im Irak Schmiergelder gezahlt. In den Büchern von Leighton Offshore Pte Ltd., die Ladekapazitäten für den irakischen Öl-Export baut, seien dubiose Zahlungen gefunden worden, teilte das Unternehmen mit. Der Fall sei der Polizei gemeldet worden und die Ermittlungen liefen. Das Unternehmen habe strikte Ethik-Richtlinien, sagte Unternehmenschef Hamish Tyrwhitt. „Abweichungen werden nicht toleriert.“

Leighton teilte gleichzeitig eine deutliche Erholung im laufenden Geschäft mit. Nach dem schwierigen Geschäftsjahr 2010/11 (30.6.) mit dem ersten Verlust seit 25 Jahren stieg der Gewinn von Juli bis Dezember 2011 nach Steuern und inklusive Kapitalgewinnen um 57 Prozent auf 340 Millionen australische Dollar (275 Mio. Euro). Der Ausblick sei rosig, sagte Tyrwhitt. Gute Bau- und Rohstoffgeschäfte in Asien und Australien beflügelten das Ergebnis. Leighton erwarte für das gesamte Geschäftsjahr 600 bis 650 Millionen australische Dollar Gewinn.

Der Umsatz betrug in den sechs Monaten 12,2 Milliarden australische Dollar. Am 31. Dezember lagen Aufträge im Umfang von 44,6 Milliarden australische Dollar vor, knapp zwei Drittel davon aus Australien und der Pazifikregion. „Wir nehmen an Ausschreibungen im Umfang von 30 Milliarden Dollar teil - ein Zeichen, dass es keinen Mangel an Geschäftsmöglichkeiten gibt“, sagte Tyrwhitt.

Leighton gehört zu 54 Prozent Hochtief, das seit vergangenem Jahr von der spanischen ACS kontrolliert wird. Der Baukonzern war bis zum Einbruch im vergangenen Jahr jahrelang die Ertragsperle im Hochtief-Konzern. Der Aktienwert ging um mehr als ein Drittel zurück. Das Unternehmen beschäftigt mit seinen Töchtern zusammen 53.000 Mitarbeiter.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wer im Irak ein Geschäft machen will und KEIN Schmiergeld anbietet, kann gleich wieder nach Hause fahren. Es gibt in Haliburton-Country (Irak) kein Geschäft ohne offene oder verdeckte Schmiergeldzahlung.
    Bei Großprojekten wird diese im allgemeinen über "temporäre Gesellschafterbeteiligung" und entsprechende Aufwandsentschädigung oder Provision geleistet. Überwiegend trifft diese Masche auf alle arabischen Länder zu, inklusive UAE, KSA und Qatar. Wer anderes behauptet lügt.

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