Schmiergeld-Affäre
Siemens muss vielleicht seine Bilanzen korrigieren

Die Schmiergeld-Affäre bei Siemens könnte sich auch in den Bilanzen der vergangenen Jahre niederschlagen. Laut eines Zeitungsberichts wird derzeit geprüft, wie die veruntreuten Millionen damals verbucht worden sind und ob es nicht Korrekturen bedarf.

HB/cha MÜNCHEN. Auf der Aufsichtsratssitzung am Montag werde die Prüfgesellschaft KPMG darüber informieren, ob wegen der Affäre die Geschäftsberichte seit 2002 überprüft und möglicherweise korrigiert werden müssten, berichtet die Tageszeitung „Die Welt“ in ihrer Freitagsausgabe. Weder Siemens, noch KPMG wollten sich dazu äußern.

Die Staatsanwaltschaft verdächtigt ein Dutzend ehemalige und aktuelle Mitarbeiter, 200 Mill. Euro veruntreut zu haben. Mit dem Geld sollen Auslandsaufträge erkauft worden sein. Unter den Beschuldigten befinden sich zwei hochrangige Ex-Manager.

Bei der Aufsichtsratssitzung dürfte die Affäre im Mittelpunkt stehen. Eine so genannte „Task Force“ erarbeitet derzeit unter Leitung des Vorstands ein Maßnahmenpaket zur Bekämpfung von Schmiergeldzahlungen. Hochrangige und unabhängige Experten sollen künftig über die Einhaltung interner Kontrollmechanismen wachen. Einzelheiten sollen in Kürze vorgestellt werden.



Siemens verklagt ehemaligen Manager

Siemens hat in der Schmiergeld-Affäre erstmals Klage gegen einen seiner ehemaligen Mitarbeiter eingereicht. Der Mann gilt als Schlüsselfigur im System schwarzer Kassen, das hochrangige Mitarbeiter des Konzernbereichs Telekommunikation (Com) in den vergangenen Jahren aufgebaut hatten. Die Klage richtet sich demnach gegen den langjährigen Chef der Telekom-Sparte in Griechenland, bestätigte das Unternehmen am Donnerstag. Er soll Zugriff auf schwarze Konten in der Schweiz gehabt und dort Millionensummen abgehoben haben.

Im April hatte sich Siemens von dem Manager, der in München ein Technikstudium absolviert und dann im Konzern Karriere gemacht hatte, getrennt. Laut Berichten aus Ermittlerkreisen soll der Beklagte Zugriff auf Konten gehabt haben, auf denen 41 Mill. Euro verbucht waren. Einen großen Teil des Geldes haben die Behörden in der Schweiz beschlagnahmt. Zuvor soll es dem Manager gelungen sein, Millionen abgehoben zu haben, unter anderem eine Summe von 6 Mill. Euro für den Bau eines Hauses. Im Umfeld von Siemens hieß es, man klage gegen den ehemaligen Mitarbeiter auf Rückzahlung von mehreren Millionen Euro.

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