Schmiergeld-Affäre
Siemens prüft eigene Anti-Korruptionsabteilung

Der Siemens-Konzern nimmt nach der Schmiergeldaffäre seine gesamte Korruptionsaufsicht unter die Lupe. „Wir überprüfen das ganze System“, sagte heute ein Konzernsprecher. Ob die Aufsicht künftig umstrukturiert oder personell verstärkt werden soll, ist noch offen.

HB DÜSSELDORF. Diskutiert wird im Siemens-Konzern derzeit, die Anti-Korruptionsabteilung künftig direkt bei Vorstandschef Klaus Kleinfeld anzusiedeln. Derzeit ist sie der Personalabteilung zugeordnet.

Ergebnisse der Prüfung sollen sobald wie möglich präsentiert werden. Intern gilt die Hauptversammlung Ende Januar als spätester Termin für eine Lösung. Bei dem Treffen muss sich der Vorstand auf harsche Kritik von empörten Aktionären einstellen.

In der vergangenen Woche hatte es auch Spekulationen um eine mögliche Verstrickung der Anti-Korruptionsabteilung in die Finanz-Affäre gegeben. Siemens hatte im Zusammenhang mit der Schwarzgeld-Affäre bereits mehrere beschuldigte Mitarbeiter suspendiert. Sechs Beschuldigte sitzen in Untersuchungshaft.

Die Staatsanwaltschaft hatte zuletzt von Ermittlungen gegen insgesamt zwölf Beschuldigte und einem Schaden von mindestens 200 Mill. Euro gesprochen. Eine Bande, zu der auch ehemalige Bereichsvorstände gehörten, soll das Geld für die Finanzierung schwarzer Kassen im Ausland eingesetzt haben. Über Fortschritte der Ermittlungen will die Staatsanwaltschaft noch in dieser Woche berichten.

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