Schmiergeld an VW, Audi, BMW
Brief verrät Faurecia-Chef

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hat erstmals offiziell bestätigt, dass sie in der Schmiergeldaffäre um den französischen Autozulieferer Faurecia auch gegen Konzernchef Pierre Lévi ermittelt. Sie hat auch einen Beweis in der Hinterhand.

HB FRANKFURT. Lévi habe in einem Brief zugegeben, von den Schmiergeld-Zahlungen seit 2001 gewusst zu haben, sagte Staatsanwältin Sibylle Gottwald am Freitag in Frankfurt am Main. Lévi habe die Zahlungen nicht unterbunden und habe sich damit zumindest der Beihilfe schuldig gemacht.

Die Affäre zieht immer weitere Kreise: Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sollen inzwischen insgesamt 11 Zulieferer in den Korruptionsskandal verwickelt sein, darunter auch deutsche Mittelständler. In dem Verfahren ermitteln die Staatsanwaltschaft München und Frankfurt am Main.

Die Autozulieferer haben nach bisheerigen Erkenntnissen Einkäufer von VW, Audi und BMW mit hohen Summen bestochen, damit diese Teile ordern. Dass Schmiergelder gezahlt wurden, war bei BMW bereits Ende 2005 aufgefolgen. Dass auch VW und Audi betroffen sind und Geld von Faurecia floss, kam erst vor wenigen Tagen heraus.

Der französische Autozulieferer Faurecia wird nach Meinung von Branchenexperten aber nicht nur ob der neuen Erkenntnisse schon bald einen neuen Chef bekommen. Sollte VW-Konzernchef Bernd Pischetsrieder dabei bleiben, mit Pierre Lévi nicht mehr zusammenzuarbeiten, wie er dies angedroht haben soll, ist der Manager wohl kaum noch zu halten. Denn Volkswagen hat einen Anteil von fast einem Viertel am Faurecia-Umsatz von zuletzt 11 Mrd. Euro. Damit ist VW hinter der Muttergesellschaft des Zulieferers, Peugeot-Citroën, der mit Abstand zweitgrößte Kunde. Die deutsche Automobilbranche insgesamt repräsentiert sogar mehr als 30 Prozent des Geschäfts der Franzosen.

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