Schmiergeld angenommen
Ex-BMW-Einkaufsleiter gesteht Bestechlichkeit

Der Korruptionsprozess gegen den ehemaligen Einkaufsleiter des deutschen Autokonzerns BMW vor dem Münchner Landgericht hat am Mittwoch mit einem Geständnis begonnen.

HB MÜNCHEN.­ Der 55-Jährige räumte ein, von Zulieferbetrieben Geld angenommen zu haben. „Es gibt kaum einen Zulieferer, der nicht versucht, seine Kontakte zu verbessern“, sagte er. Das bringe die Gefahr mit sich, die Grenze zu überschreiten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm acht Fälle der besonders schweren Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr vor. Er habe von 2000 bis 2005 für rund eine Million Euro Schmiergeld fünf Zulieferfirmen begünstigt.

Auf die Auftragsvergabe habe er kaum Einfluss gehabt, ließ der Angeklagte durch seinen Anwalt vortragen. Dass er durch die Annahme von Geld eine Bestechlichkeit begehe, sei ihm bis zu den Ermittlungen nicht bekannt gewesen. Die Zusammenarbeit zwischen Herstellern und Zulieferern sei eng, das führe auch zu persönlichen Kontakten - zum Beispiel bei Einladungen zu Golfturnieren oder Skiwochenenden.

Er habe damals unter Zukunftsängsten gelitten, schilderte der Ingenieur vor Gericht. BMW habe ihm Mängel als Führungskraft vorgeworfen und ihn in den Einkauf versetzt. Er habe Angst um seine Altersversorgung und um seine Familie gehabt. Mit den Zuwendungen der Zulieferer hat der 55-Jährige in der Schweiz eine Stiftung für Sohn und Tochter im Alter von jetzt 23 und 21 Jahren gegründet. Der größte Teil ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft inzwischen an den Fiskus überwiesen worden.

Die Finanzbehörde hatte die Ermittlungen in der Korruptionsaffäre in Gang gebracht, nachdem ein Zulieferer das Schmiergeld als „Betriebsausgabe“ geltend gemacht hatte. Der Manager wurde verhaftet und war nach Angaben der Staatsanwaltschaft bei seinen Vernehmungen „kooperativ“. Die Staatsanwaltschaft München ermittelt inzwischen gegen 30 Verdächtige, darunter zwei weitere BMW-Mitarbeiter und Angestellte der Zulieferfirmen. Die Verhandlung wird am Freitag fortgesetzt.

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