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Schmiergeld bei U-Boot-Geschäften?: Razzia bei deutschen Rüstungsfirmen

Wegen angeblicher Schmiergeldzahlungen bei U-Boot-Geschäften mit Griechenland hat die Staatsanwaltschaft die Zentralen zweier deutscher Rüstungsfirmen durchsucht. Es geht um einen zweistelligen Millionen-Betrag.

Aufnahme aus dem Jahr 2004: In Kiel wird die „HS Papanikolis“ getauft. Das U-Boot gehört zur Klasse 214, ist 65 Meter lang, hat 27 Mann Besatzung und wurde an die griechische Marine geliefert. Quelle: dpa
Aufnahme aus dem Jahr 2004: In Kiel wird die „HS Papanikolis“ getauft. Das U-Boot gehört zur Klasse 214, ist 65 Meter lang, hat 27 Mann Besatzung und wurde an die griechische Marine geliefert. Quelle: dpa

Ermittler haben im Zusammenhang mit mutmaßlichen Schmiergeldzahlungen bei Rüstungsgeschäften mit der griechischen Regierung diese Woche die Zentralen der deutschen Rüstungsfirmen Rheinmetall-Defence-Electronics und Atlas Elektronik in Bremen und Wedel durchsucht. Das berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ in ihrer Samstagsausgabe.

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Laut dem Blatt verdächtigt die Staatsanwaltschaft Bremen, dass die beiden Unternehmen griechische Amtsträger bestochen und Steuern hinterzogen haben. Dabei geht es um einen nicht unerheblichen Betrag: Jeweils rund neun Millionen Euro Schmiergeld sollen die beiden Firmen nach Angaben der Staatsanwaltschaft gezahlt haben.

EADS und Thyssen-Krupp, die gemeinsam Atlas Elektronik betreiben, bestätigten der „SZ“ dass ihre Tochterfirma am Dienstag untersucht worden war. Ein Sprecher von Rheinmetall-Defence wird in dem Bericht zitiert, die Anschuldigungen „entbehren jeder Grundlage“.

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Die Vorgänge, die die Staatsanwaltschaft jetzt untersucht, liegen offenbar schon einige Jahre zurück. Die Überweisungen, die jetzt als angebliche Schmiergeldzahlung gewertet werden, gehen laut dem Zeitungsbericht auf einen Beratervertrag von 2002 zurück – dabei hatten EADS und Thyssen-Krupp den Spezialisten für Elektronik für Seestreitkräfte erst im Jahr 2006 von der britischen Rüstungsfirma BAE gekauft.

EADS und Thyssen-Krupp hatten die Spezialfirma aus Bremen, die als einer der bedeutendsten Anbieter von gilt, im Jahr 2006 vom britischen Rüstungsbetrieb BAE gekauft. Außer dem Spezialwissen von Atlas haben EADS und Thyssen-Krupp jedoch offenbar auch Altlasten erworben. Die angeblichen Schmiergeldzahlungen, denen die Staatsanwälte nachgehen, sollen weit zurückreichen. Nach der Übernahme haben die neuen Eigentümer nach „SZ“-Informationen 2007 die Zahlungen an eine britische Briefkastenfirma eingestellt, die einem griechischen Unternehmen gehört. 2010 will Atlas dann die Staatsanwaltschaft über die Zahlungen informiert haben.

Ins Rollen brachte die aktuellen Ermittlungen jedoch erst eine steuerliche Betriebsprüfung bei Rheinmetall-Defence im vergangenen Jahr.

  • 24.08.2013, 09:34 Uhr

    Mich würde interessieren, ob die Griechen die Boote mittlerweile bezahlt haben?!

  • 24.08.2013, 09:41 Uhr

    Ja und??? Die Gesetze in der BRD sind doch so gemacht, dass BETRÜGER IM GROßEN STIL IMMER DAVON KOMMEN. Hoeness ist da so ein schönes Beispiel. Währen die Kleine Kassiererin wegen 1 Brötchen oder Euro entlassen wird. Die BRD ist LACHHAFT!!

    Solche Artikel sind einfach nur lächerlich. Genau wie die meißten, sich dem Kapital und damit der Gier verkauften Staatsanwälte!

  • 24.08.2013, 09:43 Uhr

    und wurden die griechischen "Amtsträger" verurteilt?

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