Schmiergeld-Skandal
Siemens-Büros in Argentinien durchsucht

Im Schmiergeld-Skandal bei Siemens hat die Justiz in Argentinien am Freitag Büro-Räume des Unternehmens in der Hauptstadt Buenos Aires durchsuchen lassen.

HB BUENOS AIRES. Bei der Aktion im Auftrag des Untersuchungsrichters Ariel Lijo sei es um die Sicherstellung von Beweismaterial für den Vorwurf gegangen, der frühere peronistische Präsident Carlos Menem (1989-1999) und dessen Innenminister Carlos Corach hätten im Zusammenhang mit der Vergabe eines Großauftrages Bestechungsgelder des deutschen Unternehmens angenommen, berichteten nationale Medien.

Dies hatten frühere Siemensmitarbeiter im Zuge der Ermittlung gegen Siemens in Deutschland zu Protokoll gegeben. Die Aussagen waren von der deutschen Justiz an Argentinien übermittelt worden.

Siemens habe sich durch Schmiergelder in den 1990er Jahren einen Großauftrag für die Herstellung maschinenlesbarer Ausweise in Argentinien erkauft, lautet der Vorwurf. Nachdem der Vertrag mit einem Auftragsvolumen von etwa einer Milliarde Dollar (670 Millionen Euro) nach einem Regierungswechsel 1999 storniert worden war, soll Siemens erneut bis 2004 Schmiergelder gezahlt haben, um das Geschäft wieder aufleben zu lassen.

Dies war jedoch fehl geschlagen. Sollten tatsächlich noch bis 2004 Zahlungen an die Regierung erfolgt sein, hätten dies erhebliche politische Auswirkungen. 2003 hatte bereits Néstor Kirchner das Präsidentenamt übernommen, dessen Frau seit Ende vergangenen Jahres Präsidentin ist.

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