Schmiergeld-Skandal
Siemens: Ex-Vorstände zu Vergleich bereit

Es ist ein erster Schlussstrich, der nun unter die Siemens-Affäre gezogen wird. Der Elektrokonzern Siemens steht im Streit um Schadenersatzforderungen nach eigenen Angaben vor einer Einigung mit drei ehemaligen Vorständen.

HB MÜNCHEN. Im Streit um Schadenersatzforderungen wegen des Schmiergeld-Skandals steht der Elektrokonzern Siemens nach eigenen Angaben vor einer Einigung mit drei ehemaligen Vorständen. Klaus Wucherer, Rudi Lamprecht und Edward Krubasik hätten sich bereiterklärt, im November mit Siemens eine Vergleichsvereinbarung zu schließen, teilte das Unternehmen am Freitag in München mit. Gegen die drei Betroffenen hatte auch die Staatsanwaltschaft München wegen Ordnungswidrigkeiten ermittelt. Die Verfahren seien eingestellt worden, wie Oberstaatsanwalt Anton Winkler bestätigte.

Nach Angaben von Siemens sind die früheren Manager bereit, zusätzlich zu Leistungen der Managerhaftpflicht-Versicherung und unabhängig von deren Höhe jeweils 500 000 Euro an Siemens zu zahlen. Der Einigung müssten Aufsichtsrat und Hauptversammlung noch zustimmen. "Siemens ist auch mit den übrigen betroffenen ehemaligen Vorständen im Gespräch und erwartet, dass weitere Einigungen zeitnah folgen werden", hieß es.

Insgesamt sollen bei Siemens rund 1,3 Milliarden Euro in dunkle Kanäle geflossen sein. Das Geld soll zur Erlangung von Aufträgen im Ausland eingesetzt worden sein. Der Konzern verlangt von insgesamt elf Managern Schadenersatz, darunter auch von den ehemaligen Vorstandschefs Heinrich von Pierer und Klaus Kleinfeld. Der Konzern wirft den Betroffenen eine Verletzung ihrer Organisations- und Aufsichtspflichten im Zusammenhang mit Korruptionsvorfällen in den Jahren 2003 bis 2006 vor.

Die Zahlungen von Wucherer, Lamprecht und Krubasik sollen zusätzlich zu Leistungen einer Managerhaftpflicht-Versicherung erfolgen, hieß es. Aufsichtsrat und Hauptversammlung müssen der Einigung zustimmen. "Siemens und die ehemaligen Vorstandsmitglieder wollen langjährige Streitigkeiten über die geltend gemachten Ansprüche vermeiden und zu einer einvernehmlichen Regelung kommen", erklärte der Konzern.

Ein Ordnungswidrigkeitsverfahren, das gegen Wucherer, Lamprecht und Krubasik lief, wurde eingestellt, teilte Siemens weiter mit. Die Münchner Staatsanwaltschaft hatte im vergangenen Jahr gegen elf frühere Manager wegen des Vorwurfs der Verletzung ihrer Aufsichtspflicht ein Bußgeldverfahren eingeleitet. Darunter auch Ex-Siemens-Chef von Pierer. Er hatte von 1992 bis 2005 an der Spitze des Siemens-Konzerns gestanden. Anschließend war er bis April 2007 Aufsichtsratschef gewesen.

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