Schmiergeld-Skandal
Siemens muss 1 Milliarde Euro zurückstellen

Erstmals hat Siemens durchblicken lassen, wie hoch die erwartete Strafe im Schmiergeld-Skandal für den Mischkonzern ausfallen könnte. Und es kommt wohl ganz dick: 1 Milliarde Euro wird Siemens wohl zurückstellen.

HB DÜSSELDORF. Der Mischkonzern Siemens hat erstmals eine Andeutung zur Höhe der erwarteten Strafzahlung im Schmiergeld-Skandal gemacht. Im Zusammenhang mit dem angestrebten Vergleich mit Behörden werde im Jahresabschluss 2008 eine Rückstellung über rund 1 Milliarde Euro gebucht, teilte Siemens am Mittwoch in München mit.

„Die Siemens AG wird im Zusammenhang mit dem angestrebten Vergleich mit Behörden in Deutschland und in den USA im Jahresabschluss 2008 eine Rückstellung in Höhe von rund einer Milliarde Euro buchen. Der Betrag basiert auf der Einschätzung des Stands der Gespräche mit den Behörden in Deutschland und in den USA durch das Unternehmen“, hieß es.

Branchenkenner erwarten schon seit Monaten, dass die US-Börsenaufsicht SEC eine hohe Strafe verhängt. Darüber hinaus werde das Unternehmen den Stand der noch laufenden Verfahren nicht weiter kommentieren.

Vom Konzern war lediglich zu hören, dass man den Stand der laufenden Verfahren nicht weiter kommentiert. Siemens sieht sich derzeit in mehreren Ländern mit Ermittlungen wegen mutmaßlicher Schmiergeldzahlungen von Siemens-Mitarbeitern konfrontiert. So untersuchen derzeit unter anderem das US-Justizministerium und die US-Börsenaufsicht SEC die Vorgänge.

Auf der Hauptversammlung des Konzerns Ende Januar hatte der Aufsichtsratsvorsitzende Gerhard Cromme angekündigt, dass das Unternehmen in Gespräche mit dem US-Justizministerium und der SEC über einen Vergleich einsteige. Wann ein Vergleich geschlossen werden könne, „wissen wir nicht“, hatte Cromme damals gesagt. Die Unterredungen mit SEC und US-Justizministerium würden aber „sicherlich mehrere Monate“ andauern, sagte er damals.

Das Landgericht München verhängte bereits Anfang Oktober 2007 eine Geldbuße von 201 Mio EUR gegen Siemens und stellte damit die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen im ehemaligen Bereich Communications ein. Allerdings hat die Staatsanwaltschaft München die Ermittlungen in der Folge auf andere Sparten von Siemens ausgeweitet.

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