Schmiergeldaffäre bei Siemens: Von Pierer muss um Entlastung bangen

Schmiergeldaffäre bei Siemens
Von Pierer muss um Entlastung bangen

Die Schmiergeldaffäre bei Siemens hält weiterhin das Top-Management in Atem. Der frühere Siemens-Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer kann nicht davon ausgehen, auf der anstehenden Hauptversammlung durch die Aktionäre entlastet zu werden.

HB MÜNCHEN. Der Siemens-Aufsichtsrat wolle einen neuen Kompromissvorschlag präsentieren, der vorsieht, zumindest drei ehemaligen Top-Managern die ursprünglich geplante Entlastung zu verweigern und auf das nächste Jahr zu verschieben, berichtete das Magazin „Der Spiegel“. Neben Pierer seien dies der frühere Konzernchef Klaus Kleinfeld sowie Ex-Personalvorstand Jürgen Radomski.

Alle drei haben bestritten, von dubiosen Schmiergeldzahlungen bei Siemens gewusst oder solche Praktiken gar gebilligt zu haben. Mit seinem Abstimmungsantrag wolle das Gremium sich Schadensersatzansprüche offenhalten, falls einer der drei Männer im Zuge der Ermittlungen doch noch belastet werden sollte, berichtete „Der Spiegel“. Pierer stand 13 Jahre lang an der Spitze des Konzerns und leitete danach den Aufsichtsrat.

Kleinfeld hatte sich bereits selbst für eine Verschiebung der Abstimmung über seine eigene Entlastung auf der Hauptversammlung am 24. Januar in München ausgesprochen. „Ich bin absolut damit einverstanden, dass der Vorstand und der Aufsichtsrat so lange nicht entlastet werden, bis alle Sachverhalte aufgeklärt sind“, sagte Kleinfeld der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstag). Im Auflösungsvertrag sei ihm zwar zugesichert worden, dass der Aufsichtsrat seine Entlastung beantragen werde. Er bestehe darauf aber nicht, solange nicht alle Fragen im Korruptionsskandal aufgeklärt seien.

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