Schmiergeldaffäre: Siemens-Kunden werden unruhig

Schmiergeldaffäre
Siemens-Kunden werden unruhig

Der Münchener Technologiekonzern Siemens kommt einfach nicht zur Ruhe. In der Schmiergeldaffäre hat sich ein gesuchter Manager der deutschen Justiz gestellt. Parallel dazu hat die US-Justiz Ermittlungen gestartet. All das bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Kunden. Siemens hat viel zu verlieren.

MÜNCHEN/NEW YORK. Der Kreis der Beschuldigten weitet sich aus. Am Wochenende wurde bekannt, dass sich ein weiterer Siemens-Manager den Münchener Behörden gestellt hat. Es sei ein ehemaliger führender Manager der Siemens-Kommunikationssparte Com, der international gesucht wurde, hieß es in Ermittlungskreisen, die damit eine Meldung des Bayerischen Rundfunks bestätigten.

Der Manager, den Siemens im Zuge der Schmiergeldaffäre bereits vor Weihnachten suspendiert hatte, war als Führungskraft in der griechischen Filiale in den Schmiergeldskandal verwickelt. Bis zu seiner Suspendierung hatte er kurzzeitig die Position des Finanzchefs in der russischen Niederlassung inne.

USA ermitteln

In den USA bekommt Siemens die Folgen des Skandals verstärkt zu spüren. Die Ermittlungen des amerikanischen Justizministeriums und der Wertpapieraufsichtsbehörde SEC machen vor allem die Kunden nervös. Ein New Yorker Konzernsprecher räumt eine „gewisse Unruhe“ bei der Kundschaft ein. Die Anleger dagegen reagieren vergleichsweise ruhig auf die Neuigkeiten. Im deutschen Wertpapierhandelssystem Xetra schloss die Aktie am Freitag nach Vortagesgewinnen knapp ein Prozent, an der Wall Street gut 1,5 Prozent leichter als am Vortag.

Siemens hat in den USA viel zu verlieren. Der Konzern setzt dort mit 70 000 Mitarbeitern rund 20 Mrd. Dollar im Jahr um, etwa ein Sechstel des Gesamtumsatzes. Besonders stark ist der Konzern im Infrastruktur-Geschäft, was ihn sehr abhängig von öffentlichen Aufträgen macht.

Entsprechend kommunikativ gibt sich die US-Niederlassung des Konzerns. „Entscheidend ist, dass wir unsere Geschäftspartner auf dem Laufenden halten“, sagte der New Yorker Siemens-Sprecher. Das Unternehmen sei aktiv auf Kunden zugegangen, um die Angelegenheit zu thematisieren. Die Kunden zeigten ein „erhöhtes Interesse“ an den Korruptionsvorwürfen, würden dem Unternehmen „aber weiterhin vertrauen“.

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