Schmiergeldaffäre
Siemens stellt Ex-Vorständen Ultimatum

Im Streit um Schadenersatz wegen der Siemens-Schmiergeldaffäre erhöht der Konzern den Druck auf frühere Vorstände. Weil Siemens die Zeit davon läuft, stellt das Unternehmen jetzt unter anderen den ehemaligen Chefs Heinrich von Pierer und Klaus Kleinfeld ein Ultimatum. Sollte dieses verstreichen, will Siemens klagen.

HB MÜNCHEN. Die betroffenen Ex-Vorstände hätten bis Mitte November die Gelegenheit, ihre Bereitschaft zu einem Vergleich zu erklären, teilte Siemens am Mittwoch in München mit. "Soweit Einigungen bis zu diesem Zeitpunkt nicht gelingen, wird das Unternehmen Klagen erheben", hieß es. Diesen Beschluss habe der Siemens-Aufsichtsrat gefasst.

Die Frist gilt demnach für die Ex-Vorstandschefs Heinrich von Pierer und Klaus Kleinfeld sowie die früheren Vorstände Johannes Feldmayer, Thomas Ganswindt, Heinz-Joachim Neubürger, Jürgen Radomski und Uriel Sharef. Der Konzern wirft den Betroffenen eine Verletzung ihrer Organisations- und Aufsichtspflichten im Zusammenhang mit Korruptionsvorfällen in den Jahren 2003 bis 2006 vor.

Der Konzern verlangt Unternehmenskreisen zufolge von Pierer sechs Millionen Euro Schadenersatz, von seinem Nachfolger Klaus Kleinfeld zwei Millionen Euro. Pierers Anwalt verwies auf laufende Verhandlungen und wollte sich nicht näher zu dem Ultimatum äußern. Er kommentierte den erhöhten Verhandlungsdruck des Konzerns so: "Bange machen gilt nicht."

Pierer und Kleinfeld haben bisher ein Schuldeingeständnis und einen Vergleich abgelehnt. Angesichts der schwindenden Zeit sei es "normal, dass man jetzt den Hammer rausholt", erklärte ein Insider die verschärfte Gangart gegen die früheren Vorstände.

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