Schmiergeldaffäre
Staatsanwälte stochern bei Hyundai

Die Schmiergeldaffäre beim größten südkoreanischen Autokonzern Hyundai Motor hat jetzt auch die Chefs erreicht. Die Staatsanwaltschaft will sie sehen. Das Unternehmen hat sich für die Verfehlungen entschuldigt – und eine gigantische Spende zugesagt.

HB/bas TOKIO. Die Spende in Höhe von 1 Billion Won (knapp 856 Mill. Euro) solle für karitative Zwecke verwendet werden, kündige Hyundai am Mittwoch in Seoul an. Für die Spenden würden Konzernchef Chung Mong-Koo und dessen Sohn Eui-Sun, Präsident des Tochterunternehmens Kia Motors, ihre Anteile am Hyundai-Logistikzweig Glovis zur Verfügung stellen.

Der Korruptionsskandal um die Hyundai Autogruppe, die mit den Marken Hyundai und Kia bis 2010 vom siebt- zum fünftgrößten Autobauer weltweit aufsteigen will, zieht immer weitere Kreise. Angefangen hatte es mit dem Vorwurf schwarzer Kassen und der Bestechung von Politikern, um unter anderem Baugenehmigungen zu bekommen. Mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft ebenfalls, ob Finanzinstitute bestochen wurden, um vor der Übernahme von zwei ehemaligen Kia-Tochterfirmen durch Hyundai Motor Bankkredite an diese Zulieferer noch flugs abzuschreiben.

Der 68-jährige Chung und sein Sohn Eui-Sun, der als Nachfolger seines Vaters gehandelt wird, würden „eher als Verdächtige“ denn als Zeugen verhört, sagte Chae Dong-Wook vom Büro der Staatsanwaltschaft am Dienstag koreanischen Medien. Mit Hyundai Motor Vice Chairman Kim Dong-Jin, einem engen Vertrauten Chungs, wurde am Dienstag der bisher ranghöchste Manager vernommen. Firmengebäude sind durchsucht worden, ein Dutzend Topmanager haben Ausreiseverbot, erste Manager sind in Haft.

Doch nicht nur die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft werfen einen Schatten auf das derzeit in Windeseile global expandierende Unternehmen, das von seinem Engagement als Sponsor der Fußball-WM in Deutschland zusätzlichen Imagegewinn erhofft. In der vergangenen Woche reichte die für Aktionärsrechte und Corporate Governance kämpfende Vereinigung Solidarity for Participatory Democracy (PSPD) Klage gegen Hyundai Motor ein.

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