Schmiergeldskandal
Ex-Siemens-Vorstand muss nicht hinter Gitter

Das Landgericht Nürnberg-Fürth hat den ehemaligen Siemens-Vorstand Johannes Feldmayer wegen Millionenzahlungen an die Arbeitnehmerorganisation AUB zu einer Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung und einer Geldstrafe von 228 800 Euro verurteilt. Der mitangeklagte Ex-AUB-Chef Schelsky muss ins Gefängnis.

HB NÜRNBERG. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der Ex-Manager der Untreue und der Steuerhinterziehung schuldig ist. Der mitangeklagte frühere AUB-Chef Wilhelm Schelsky erhielt wegen Beihilfe zur Untreue, Betrug und Steuerdelikten eine Haftstrafe von vier Jahren. Die Staatsanwaltschaft hatte für Feldmayer eine Haftstrafe von dreieinhalb Jahren und für Schelsky eine Strafe von sechs Jahren beantragt.

Feldmayer und Schelsky hatten im Januar 2001 einen Beratervertrag geschlossen. Demnach sollte Schelsky die AUB als Gegengewicht zur IG Metall aufbauen. Dafür erhielt der heute 60-jährige Schelsky bis 2006 insgesamt rund 30,3 Millionen Euro von dem Elektrokonzern. Einen Teil der Mittel soll er laut Anklage für private Interessen und zur Unterstützung von Sportlern und Sportvereinen verwendet haben.

Die Verteidiger Feldmayers hatten für Feldmayer Freispruch gefordert. Er hatte eingeräumt, für die verdeckte Zahlungen an die Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger (AUB) verantwortlich zu sein. Zwischen 2001 und 2006 flossen gut 30 Mio. Euro. Allerdings habe er das Geld zum Wohl von Siemens eingesetzt und daher keinen Rechtsverstoß begangen. Die Anwälte des einstigen AUB-Chefs teilen die Auffassung und verlangen eine Bestrafung nur wegen Steuerhinterziehung, die Schelsky als Unternehmensberater begangen habe. Die Verteidigung von Schelsky hatte allenfalls eine Haftstrafe von eineinhalb Jahren für angemessen gehalten.

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