Schmiergeldvorwürfe
Ferrostaal-Aufsichtsrat beschließt radikalen Umbau

Der von einer Korruptionsaffäre erschütterte Industriedienstleister Ferrostaal steht vor einem massiven Umbau. Von den 20 Geschäftsbereichen sollen acht übrig bleiben. Die Frage ist nur, ob diese verkauft, geschlossen oder mit anderen Bereichen gebündelt werden.
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DÜSSELDORF. Der von einer Korruptionsaffäre erschütterte Industriedienstleister Ferrostaal steht vor einem massiven Umbau. Von den 20 Geschäftsbereichen sollen acht übrig bleiben, erfuhr das Handelsblatt aus Konzernkreisen. Das habe der Aufsichtsrat auf einer Sitzung einstimmig entschieden.

Mit den Managern der betroffenen Bereiche will Vorstandschef Jan Secher nun ausloten, ob diese verkauft, geschlossen oder mit anderen Bereichen gebündelt werden. Zur Disposition stehen das Rüstungsgeschäft sowie einige Handelsaktivitäten. An Gewicht gewinnen soll das Projektgeschäft, dessen Anteil am Gesamtumsatz von 60 auf 75 Prozent steigen soll. Das Unternehmen lehnte einen Kommentar dazu ab.

Mit der Neuausrichtung zieht die Ferrostaal-Führung Konsequenzen aus den massiven Schmiergeldvorwürfen. Über Jahre hinweg sollen Manager der Firmen beim Verkauf von U-Booten und Überwasserschiffen mit Barem nachgeholfen haben. Die dubiosen Zahlungen summieren sich auf einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag, wie eine interne Untersuchung ergeben hat.

Die Staatsanwaltschaft München wird ihre Ermittlungen gegen Ferrostaal voraussichtlich in diesem Jahr abschließen; das Bußgeld wird den Kreisen zufolge bei knapp 200 Millionen Euro liegen. Damit wird der Weg für eine Komplettübernahme des Unternehmens durch den arabischen Staatsfonds IPIC frei. Die frühere Muttergesellschaft MAN werde dabei allerdings für die finanziellen Folgen der Schmiergeldaffäre gerade stehen müssen. Der Kaufpreise von einst 700 Millionen Euro werde entsprechend gesenkt, hieß es. MAN hält noch 30 Prozent von Ferrostaal.

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