Schmuckhersteller
Pandora glänzt nicht mehr

Hohe Preise für Edelmetall lassen die Erträge des dänischen Schmuckherstellers Pandora schmelzen. Der Kurs des einst gefeierten Börsenneulings bricht ein. Dass nun auch der Chef geht, macht es nicht besser.
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KopenhagenRund neun Monate nach seinem glanzvollen Börsengang kämpft der dänische Schmuckhersteller Pandora mit einer schweren Krise. Nach einem schwachen Quartal strich der Konzern seine Prognose eines Umsatzwachstums und geht nun im Gesamtjahr von stagnierenden Erlösen aus. Ein neuer Chef soll jetzt das Ruder im operativen Geschäft herumreißen und den einstigen Börsenliebling wieder auf Kurs bringen. Die Aktie brach am Dienstag zeitweise um fast 70 Prozent ein und war fast nur noch ein Fünftel so viel wert wie beim Marktdebüt im Oktober. 

Pandora machte die hohen Metallpreise und eine schwindende Ausgabefreude der Konsumenten für die Misere verantwortlich. Das Unternehmen hänge zudem in den Schwellenländern mit Produkteinführungen zurück, sagte der Vorstandsvorsitzende Allan Leighton. „Unser Plan ist nicht aggressiv genug.“ CEO Mikkel Vendelin Olesen verließ mit sofortiger Wirkung das Unternehmen und wird vorläufig von einem Vorstandsmitglied vertreten. Der Konzern überprüfe, was schief gelaufen und wie die Lage wieder in Ordnung zu bringen sei, teilte Pandora mit. 

Investoren reagierten entsetzt. „Niemand mit gesundem Verstand kann behaupten, bei Pandora ist alles unter Kontrolle“, sagte Kim Seidlin von Jysek Bank. „Viele von uns haben gedacht, dieses Geschäft müsste eigentlich besser laufen“, sagte auch Analyst Nicolaj Jeppesen von der Sydbank. Beim Börsendebüt kostete die Pandora-Aktie 220 dänische Kronen - am Dienstag wurde sie in Kopenhagen für 46,3 Kronen (umgerechnet 6,21 Euro) verkauft. 

Pandora ist es nicht gelungen, die Rohstoffkosten weiterzugeben. Höhere Preise seien von den Kunden nicht gut aufgenommen worden, erklärte das Unternehmen. „Wir haben kein Luxus-Geschäft“, sagte Leighton. „Wenn wir anfangen, uns dafür zu halten, haben wir ein Problem.“ Der Umsatz mit den jüngsten Kollektionen sei schwach, die Produktpalette zu vielfältig und die Preisstruktur falsch gewesen, sagte Leighton. Pandora stellt seine Schmuck-Kollektionen günstig in Thailand her. Die Preise reichen von umgerechnet 14 Euro für einen Anhänger bis 1.300 Euro etwa für Ohrringe. 

Im zweiten Quartal sank der Betriebsgewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) mehr als acht Prozent auf umgerechnet 59 Millionen Euro. Unterm Strich verdiente Pandora jedoch mit 84 Millionen Euro um 56 Prozent als im Vorjahr. Der Umsatz legte auf rund 186 Millionen Euro zu nach 180 Millionen Euro vor einem Jahr.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Pandora hat nicht erst 9 Monate nach seinem Börsengang Probleme. Genau aus diesem Grunde ging man an die Börse; um sich in schlechten Zeiten noch fix zu sanieren.
    Ich würde eher sagen: Niemand (!) mit gesundem Menschenverstand kann in eine Pandora-Aktie investieren.

    Zitat: "Viele von uns haben gedacht, dieses Geschäft müsste eigentlich besser laufen“, sagte auch Analyst Nicolaj Jeppesen...

    Dazu kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Kein Wunder, daß die Finanzwelt derzeit auf dem Kopf steht, wenn man von solchen "Fachleuten" abhängig ist, die von Tuten und Blasen keine Ahnung haben.

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