Schnäppchenjagd
US-Firmen sammeln ihre Aktien ein

Microsoft, Nike und HP nutzen die schwachen Aktienmärkte und kündigen milliardenschwere Rückkaufprogramme an. Allein Microsoft will in den nächsten fünf Jahren eigene Aktien im Wert von rund 40 Milliarden Dollar kaufen. Die Unternehmen stützen damit die Wall Street.

DÜSSELDORF. Namhafte US-Unternehmen nutzen die im Zuge der Finanzkrise schwachen Aktienmärkte, um in großem Stil eigene Aktien zurückzukaufen. Allen voran Microsoft. Der Softwarekonzern will in den kommenden fünf Jahren eigene Aktien im Wert von insgesamt rund 40 Mrd. Dollar über die Börse erwerben. Der IT-Konzern Hewlett-Packard (HP) will für acht Mrd. Dollar Aktien erwerben, der Sportschuhhersteller Nike plant auf Sicht von vier Jahren für fünf Mrd. Dollar Papiere vom Markt zu nehmen. Nike hat von seinem laufenden Drei-Mrd.-Dollar Programm nach eigenen Angaben bereits 2,1 Mrd. ausgegeben, das neue über fünf Mrd. Dollar soll nahtlos anschließen.

Aktienrückkäufe sind bei Investoren beliebt, weil sie das Angebot verknappen und den Gewinn pro Aktie - eine der wichtigsten Kennzahlen an den Finanzmärkten - erhöhen. Die Programme sind seit Jahrzehnten nichts Ungewöhnliches in den USA. Allerdings überrascht die Höhe ausgerechnet in diesen schwierigen Zeiten. HP kündigte den höchsten Rückkauf in seiner Geschichte an. Seit mehr als zwei Jahren kaufen die Unternehmen im S&P-500-Index Anteilsscheine im Wert von mehr als 100 Mrd. Dollar pro Quartal zurück. Daran dürfte sich auch im laufenden Jahr nichts ändern.

Die Börse nahm die Kurspflegeaktionen am Montag erwartungsgemäß positiv auf. Die Aktien von Microsoft gewannen binnen Minuten fünf Prozent an Wert. Das entspricht nach aktuellem Kurs fast exakt dem gesamten Volumen des auf Sicht von fünf Jahren geplanten Rückkaufprogramms. Neben dieser Ankündigung beflügelte allerdings auch die Mitteilung, wonach die Quartalsdividende um 18 Prozent auf künftig 0,13 Dollar steigen soll. Nike konnten zunächst drei, HP in den ersten Handelsminuten knapp zwei Prozent zulegen.



Für Chris Liddell, Finanzvorstand von Microsoft ist der neuerliche Aktienrückkauf ein Zeichen für das "Vertrauen in das langfristige Wachstum". Ob die Börse das auch so sieht, ist noch fraglich. Das aktuelle Programm löst ein gerade beendetes in gleicher Höhe von Mitte 2004 ab, an dessen Ende der Kurs acht Prozent schwächer lag als zu Beginn der großen Kurspflege. Seit Anfang 2008 hat die Aktie ein Viertel ihres Wertes verloren - der Nasdaq-Technologieindex nur 16 Prozent.

Einige Analysten hatten durchaus mit einer noch höheren Rückkaufquote gerechnet. Anfang 2008 hatte CEO Steve Ballmer das Tempo verlangsamt, um Geld für die geplante - und gescheiterte - Übernahme von Yahoo zu sparen. Das wäre jetzt theoretisch wieder teilweise für Rückkäufe frei.

Die Aktie von HP drehte zwar im Handelsverlauf wieder ins Minus, allerdings bewegt sich der Kurs seit Monaten auf hohem Niveau, gemessen mit den Wettbewerbern. Seit Jahresbeginn verlor HP trotz Börsenkrise gerade mal vier Prozent. Mit neuen, attraktiven Modellen hatte der Computerhersteller vor allem dem Konkurrenten Dell viele Kunden abgejagt.

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