Schnapsbrenner verkauft
Berentzen geht an Firmenkäufer Aurelius

Der Apfelkorn-Hersteller Berentzen wird an einen Finanzinvestor verkauft. Die Münchner Beteiligungsgesellschaft Aurelius hat sich 75,1 Prozent der Stammaktien von den Familien Berentzen, Wolff, Pabst und Richarz gesichert, wie beide Unternehmen am Dienstag mitteilten.

HB MÜNCHEN. Zum Kaufpreis machten sie keine Angaben. Familienmitglied Friedrich Berentzen sagte, Aurelius werde auf der 250-jährigen Tradition aufbauen und sei ein guter Partner für Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten.

Den restlichen Anteilseignern des Spirituosenbrenners aus Haselünne in Niedersachsen bietet Aurelius jeweils 2,68 Euro für ihre Vorzugsaktien. Das würde Aurelius maximal 13 Mill. Euro kosten.

Der Verkaufsprozess hatte zu einem Eklat geführt. Vergangene Woche waren der Berentzen-Aufsichtsratschef und zwei weitere Mitglieder des Kontrollgremiums zurückgetreten. Hintergrund war, dass das Gremium einen Käufer abgelehnt hatte. Die Familien hatten die Privatbank M.M. Warburg beauftragt, einen Käufer zu suchen. Auch eine Fusion mit einem strategischen Partner wurde erwogen.

2007 kam Berentzen mit 700 Mitarbeitern auf 433 Mill. Euro Umsatz, schrieb aber operativ rote Zahlen. Dafür waren nach Angaben von Aurelius strategische Differenzen verantwortlich. Der neue Eigentümer will das Unternehmen so schnell wie möglich wieder in die Gewinnzone führen. "Wir planen, vor allem den alten Klassikern neues Leben einzuhauchen und sie als Szene- und Lifestylemarken mit hoher Präsenz am Markt zu positionieren", so Aurelius-Vorstand Donatus Albrecht. Zudem solle Berentzen im Ausland wachsen.

Die Apfelkorn-Marke Berentzen legte in den ersten sechs des Jahres beim Absatz 18 Prozent zu, der Gesamtmarkt für fruchtige Spirituosen dagegen nur um neun Prozent. Außerdem verkauft das Unternehmen Puschkin Vodka, Doornkaat und Bommerlunder.

Für die börsennotierte Beteiligungsgesellschaft Aurelius ist es die größte Transaktion ihrer Firmengeschichte. Damit werde die Milliardenmarke beim annualisierten Umsatz überschritten, hieß es. Im zweiten Halbjahr plant Aurelius weitere Zukäufe, aber auch den Verkauf von Beteiligungen.

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