Schneller Abschluss erwartet
Delphi greift nach Grundig-Sparte

Der Autozulieferer hat Exklusivverhandlungen zur Übernahme des Bereichs Autoradio bestätigt.

ELTVILLE. Der weltgrößte Autozulieferer Delphi Corporation steht vor der Übernahme der Grundig-Autoradio-Sparte. „Wir führen derzeit exklusive Gespräche über einen Kauf der Grundig Intermedia System“, sagte Delphi-Vizepräsident Volker Barth in Eltville bei Wiesbaden. Momentan nehme der US-Zulieferer im Rahmen einer vertieften Prüfung, der so genannten Due Diligence, die Grundig-Sparte unter die Lupe und sichte die detaillierten Geschäftszahlen. Zugleich stellte der börsennotierte US-Zulieferer eine Kapitalerhöhung in den kommenden 14 Tagen in Aussicht.

Die insolvente Grundig AG hatte unlängst eine Exklusivitätsvereinbarung mit einem potenziellen Investor bestätigt. Grundig-Insolvenzverwalter Siegfried Beck wollte auf Grund einer Stillschweigensklausel bisher den Namen des Interessenten jedoch nicht nennen. „Es kommt darauf an, was bei den Gesprächen in den nächsten Wochen herauskommt“, sagte Barth, „dann werden wir entscheiden“. Der Delphi-Manager betonte, dass Grundig einen hervorragenden Namen habe und beide Unternehmen gut zueinander passen würden. Grundig wollte die Angaben nicht kommentieren. Die Grundig-Tochter hatte im vergangenen Jahr mit knapp 1 000 Mitarbeitern über 170 Mill. Euro Umsatz erzielt. In der Branche wird mit einem schnellen Abschluss gerechnet.

Aus dem Rennen um die Grundig InterMedia System GmbH sind damit der Grundig-Mehrheitsaktionär Anton Kathrein sowie die japanische Fujitsu Ten, die seit 2002 eine Option auf gut 25 % an der Sparte hält. Die Grundig-Tochter, die hauptsächlich in Portugal angesiedelt ist, hat sich vom reinen Autoradiohersteller zum Anbieter für digitale Informations- und Unterhaltungstechnik im Fahrzeug gewandelt. Der Bereich war in den vergangenen Wochen allerdings wegen der Pannenserie um die LKW-Maut in Deutschland ins Gerede gekommen. Grundig lieferte etwa 100 000 der teilweise wieder zurück gerufenen Erfassungsgeräte. Ein Grundig-Sprecher betonte aber, dass nicht die Geräte, sondern die verwendete Software für die Probleme verantwortlich sei.

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