Schnellzüge
Die Bahn muss nicht deutsch kaufen

Die Deutsche Bahn will spätestens bis Juni entscheiden, welchem Anbieter sie den Auftrag für zehn bis 15 neue Schnellzüge vergibt, allen großen internationalen Anbietern werden Chancen eingeräumt. Indes drückt die Deutsche Bahn bei der Erneuerung ihrer Züge aufs Tempo - binnen weniger Jahre sollen die alten IC-Züge komplett ausgetauscht werden.

ali LA ROCHELLE. "Wir haben kurzfristigen Zusatzbedarf und müssen schnell entscheiden", sagte Karl-Friedrich Rausch, Vorstand für Personenverkehr der Bahn, bei der Vorstellung des neuen Alstom -Schnellzugs AGV. Der neue Zug habe bei der Ausschreibung der Deutschen Bahn alle Chancen: "Das ist ein innovatives Konzept", lobte Vorstand Rausch. Als Staatsunternehmen sei die Bahn nicht verpflichtet, bei einem deutschen Hersteller zu kaufen. Und alle großen Anbieter wie Alstom oder Bombardier seien mit wichtigen Produktionskapazitäten in Deutschland vertreten.

Die ersten Züge sollen im Dezember 2011 an die Deutsche Bahn geliefert werden. Laut Rausch sei es kein Nachteil für Alstom, dass der AGV - anders als der Siemens ICE 3 - noch nicht im täglichen Einsatz ist. "Die Industrie hat aus den Pannen der Vergangenheit gelernt." Er habe Vertrauen in die Anbieter, ein einsatzfähiges Produkt zu liefern. Zudem sichere sich die Bahn mit Vertragsstrafen ab. Erstkunde von Alstoms AGV ist der private italienische Bahnbetreiber NTV, der kürzlich 25 Züge für 1,5 Milliarden Euro bestellt hat.

Beim Erneuern ihrer Züge drückt die Deutsche Bahn nun aufs Tempo. Laut Rausch startet in der zweiten Hälfte des Jahres die Ausschreibung, um die heutigen Intercity-Züge mit Lok-Wagon-Konzept zu ersetzen. Rausch: "Es geht um ein Auftragsvolumen von rund 100 Zügen mit etwa 800 Wagen." Der Milliardenauftrag soll nächstes Jahr erteilt werden, die erste Lieferung ist in den Jahren 2012 oder 2013 vorgesehen. Der alte Park an IC-Zügen soll danach "in drei bis vier Jahren" komplett ersetzt sein.

SNCF -CEO Guillaume Pépy bekräftigte gegenüber dem Handelsblatt, dass Siemens bei der anstehenden Ausschreibung der SNCF alle Chancen habe. "Wir schreiben den Auftrag für die nächsten Schnellzüge international aus." Die Staatsbahn will pro Jahr "20 bis 30 Züge" kaufen. Bislang kaufte die SNCF Schnellzüge ausschließlich bei Alstom. Pepy kann sich vorstellen, die neue Order zu splitten: "Das ist nicht entschieden", so der Bahnchef.

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