Schnurlostelefonhersteller
Arques sieht Gigaset auf gutem Weg

Das Weihnachtsgeschäft soll für den schwer angeschlagenen Schnurlostelefonhersteller Gigaset endgültig die Wende zum Besseren bringen. Die Restrukturierung der ehemaligen Siemens-Sparte komme voran, es würden sich sehr gute Umsätze abzeichnen, hieß es beim Besitzer, der Beteiligungsgesellschaft Arques.
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MÜNCHEN. In den vergangenen Wochen hatte es immer wieder Spekulationen über finanzielle Probleme von Gigaset gegeben. Die Situation wird vor allem vom Vorbesitzer Siemens genau beobachtet – schließlich will der Konzern nicht noch einmal ein Debakel wie bei seiner ehemaligen Handysparte erleben, die nur ein Jahr nach dem Verkauf an den Taiwaner Elektronikproduzenten Benq pleiteging.

Für Unruhe sorgt vor allem ein Führungswechsel bei Gigaset. Vor wenigen Wochen mussten die Geschäftsführer Uwe Dombrowski und Andreas Schleicher gehen, Arques-Vorstand Michael Hütten übernahm in Personalunion die Führung der Tochter. Laut Branchenkreisen hatte Dombrowski von Arques die Auszahlung einer Garantie in Höhe von knapp 20 Mio. Euro verlangt, um einen Finanzierungsengpass vor dem Weihnachtsgeschäft zu vermeiden. Die Muttergesellschaft Arques hätte die Auszahlung finanziell stark belastet. Beobachter meinen sogar, Arques hätte gar nicht zahlen können, ohne selbst in existenzielle Schwierigkeiten zu geraten.

Nach der Übernahme der Kontrolle habe Hütten als Gigaset-Chef die Anforderung sofort zurückgezogen, heißt es in Branchenkreisen. Inzwischen soll die 20-Mio.-Forderung im Rahmen des Verkaufs einer spanischen Tochter von Gigaset weitgehend aus der Welt geschafft worden sein. „Wir kommen auch ohne die 20 Mio. über die Runden“, verlautete im Umfeld von Gigaset.

Arques-Vorstand Gisbert Ulmke wollte sich nicht zu dem Vorgang äußern. „Arques steht hinter Gigaset“, sagte er lediglich. 2010 erwarte Arques ein positives Ergebnis vor Steuern und Zinsen von Gigaset. Der Umsatz des Telefonherstellers lag zuletzt bei 590 Mio. Euro.

Der Wechsel in der Geschäftsführung hat auch die Gespräche über den geplanten Stellenabbau ins Stocken gebracht. Ursprünglich sollten 140 Stellen vor allem in Bocholt und München wegfallen. „Die Bedrohung ist für uns noch akut“, sagte Hans-Joachim Hebing von der IG Metall dem Handelsblatt. Hoffnung mache aber, dass das Geschäft derzeit ausgezeichnet laufe: „Wir haben eine mehr als volle Auslastung und eine exzellente Marktsituation.“ Das Werk in Bocholt arbeite unter Volllast, es seien viele Leiharbeiter im Einsatz.

Über die wahre finanzielle Situation bei Gigaset sind aber auch die Arbeitnehmer nicht informiert. Arques veröffentlicht keine konkreten Zahlen für die Beteiligungen.

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