Schoko-Industrie
Barry Callebaut wächst im Rekordtempo

Gerade die Nachfrage aus Schwellenländern führt beim Schokoladenhersteller Barry Callebaut zu enormen Wachstumsraten. Der starke Schweizer Franken verhindert aber hohe Gewinne.
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ZürichAngeschoben durch eine steigende Nachfrage in Schwellenländern ist der Schweizer Schokoladehersteller Barry Callebaut doppelt so schnell gewachsen wie der Weltmarkt. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2010/11 verkaufte der Weltmarktführer nach Angaben vom Donnerstag mit mehr als einer Millionen Tonnen gut sieben Prozent mehr Schokolade- und Kakao-Produkte als im Vorjahr. Das Weltmarktvolumen hatte in der gleichen Zeit um 3,2 Prozent zugenommen. Wegen des starken Frankens blieb den Schweizern Ende Mai jedoch nur ein Umsatzwachstum von 1,6 Prozent auf vier Milliarden Franken (3,3 Milliarden Euro). In Lokalwährungen ergab sich ein Umsatzplus von 12,5 Prozent.

Schwankende Preise für Rohstoffe wie Kakao, Zucker und Milch machen Barry Callebaut wenig Kopfzerbrechen. Der Konzern, der die Schokoladeherstellung für große Konzerne wie Nestle, Hershey und Kraft übernommen hat, kann die Preisschwankungen an seine Kunden weitergeben.

Konzernchef Jürgen Steinemann rechnet damit, dass die Schwellenländer die reifen Märkte auch im Zukunft beim Wachstum übertreffen und weitere Hersteller ihre Produktion zu Barry Callebaut auslagern. „Die Pipeline für Outsourcing-Verträge ist gut gefüllt, auch in Schwellenländern“, sagte er im Gespräch mit Reuters. Erst Anfang der Woche hatte Barry Callebaut einen Produktions- und Outsorcing-Vertrag mit der mexikanischen Chocolates Turin unterzeichnet.

Der Konzern strebt bis 2012/13 ein jährliches Volumenwachstum zwischen sechs und acht Prozent an. Die deutsche Schokoladenmarkte Stollwerck will Steinemann seit längerem verkaufen. Ein Zeitpunkt dafür stehe aber noch nicht fest, sagte der Konzernchef.

Die Barry Callebaut-Aktien notierten in einem leicht festeren Markt praktisch unverändert. „Solide Zahlen, obwohl wir etwas mehr erwartet hatten“, sagte Kepler-Analyst Jon Cox. Der starke Franken könnte dazu führen, dass Analysten die Gewinnschätzungen für Barry Callebaut zurücknehmen, sagte Cox weiter.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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