Schokoladehersteller
Barry Callebaut will Stollwerck verkaufen

Der weltgrößte Schokoladehersteller Barry Callebaut will den Verbraucherprodukte-Bereich Stollwerck an die spanische Nahrungsmittelgruppe Natra veräußern. Im Gegenzug soll der Schweizer Konzern offenbar Minderheitsaktionär von Natra werden.

HB ZÜRICH. Der weltgrößte Schokolade- und Kakaoproduktehersteller Barry Callebaut bricht seinen erfolglosen Ausflug ins Verbrauchergeschäft mit eigenen Marken ab. Die erst 2002 übernommene deutsche Traditionsmarke Stollwerck will der Schweizer Konzern an den spanischen Konkurrenten Natra weiterreichen und sich auf die Schokoladeproduktion für andere Firmen konzentrieren.

Der am Dienstag veröffentlichten Absichtserklärung zufolge soll sich die von der Unternehmerfamilie Jacobs kontrollierte Barry Callebaut im Gegenzug an der spanischen Firma beteiligen. Ob die Transaktion wie geplant im Sommer 2009 über die Bühne geht, hängt davon ab, ob Natra bei der gegenwärtig schwierigen Kreditlage eine langfristige Finanzierung zustande bringt.

Die 1996 selbst aus dem Zusammenschluss einer französischen und einer belgischen Firma entstandene Barry Callebaut produziert überwiegend für große Markenhersteller wie Nestle , Hershey oder Cadbury und wurde mit Stollwerck nie glücklich. Die Kölner Traditionsfirma litt unter dem hohen Preisdruck sowie dem Trend zu den billigen Eigen-Schokoladenmarken der Discount-Ketten. Mit der Wiederbelebung der Marke Sarotti schaffte Stollwerck zwar wieder schwarze Zahlen, hinkte bei Wachstum und Profitabilität aber der Muttergesellschaft weiter hinterher.

Die beiden Gesellschaften gaben keinen finanziellen Einzelheiten zu der geplanten Transaktion bekannt. Kepler-Analyst Jon Cox schätzt, dass Stollwerck mit 861 Mio. Franken (rund 579 Mio. Euro) rund doppelt so viel umsetzt wie Natra. Neben der Natra-Beteiligung von knapp 50 Prozent könnten Barry Callebaut auch Barmittel zufließen, erklärte der Analyst.

Die Barry-Aktien kletterten in einem etwas festeren Gesamtmarkt um vier Prozent auf 500 Franken. Neben der Konzentration auf das Industriegeschäft, das den Löwenanteil zum Umsatz von 4,8 Mrd. Franken besteuert, begrüßten die Marktteilnehmer auch die Zuliefer-Vereinbarung, mit der Barry langfristig einen Kunden an sich binden könne.

Die Zürcher Kantonalbank gab aber zu bedenken, die Übernahmen für die an der Börse mit nur 135 Mio. Euro bewertete Natra ein gewaltiger Brocken sei, sodass die Transaktion noch keineswegs gesichert sei. Die Natra-Aktien rückten knapp acht Prozent vor.

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