Schremmp: Modellcharakter für Standort Deutschland
Daimler-Chef: Einigung hat Modellcharakter

Der Autohersteller Daimler-Chrysler hat sich im Ringen mit der IG Metall mit seinen Einsparforderungen von 500 Millionen Euro pro Jahr durchgesetzt. Im Gegenzug erhalten die Mitarbeiter in Deutschland aber eine Beschäftigungsgarantie bis 2012.

HB STUTTGART. „Wir haben eine gute Lösung für DaimlerChrysler, aber auch für den Standort Deutschland gefunden“, sagte Konzernchef Jürgen Schrempp am Freitagmorgen in Stuttgart. Es sei gelungen, ohne fundamentale Eingriffe in den Tarifvertrag eine Einigung zu erzielen, warb auch der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates, Erich Klemm, nach gut 16-stündigen Verhandlungen für den Kompromiss. Der Vorstand hatte gedroht, die Fertigung der C-Klasse nach 2007 aus Kostengründen von Sindelfingen nach Bremen und Südafrika zu verlegen. Dies hätte über 6000 Arbeitsplätze im Südwesten bedroht.

In der vergangenen Woche hatten zehntausende Mitarbeiter von Daimler-Chrysler aus Protest gegen die Sparpläne zeitweilig die Arbeit niedergelegt. Für den Fall eines Scheiterns der Gespräche waren erneute Proteste angekündigt. Die Daimler-Chrysler-Aktie tendierte nach der Einigung freundlich. Nach einem Hoch von 36,77 Euro notierte sie am Vormittag in einem behaupteten Gesamtmarkt mit 36,33 Euro noch 0,3 fester als am Vortag.

Den größten Teil der 500 Mill. Euro wollen die Verhandlungspartner beim Programm ERA einsparen, das die Angleichung der Bezüge von Arbeitern und Angestellten zum Ziel hat. Diese Angleichung wird nun langsamer kommen. Die sogenannte „Steinkühler-Pause“ bleibt dagegen erhalten. Sie wird künftig aber knapp zur Hälfte mit Weiterbildungszeiten verrechnet. Die Mitarbeiter im Südwesten können dann nur noch 42 statt bisher 72 Stunden akkumulierte Steinkühler-Pausen auf ihrem Arbeitszeitkonto gutschreiben. Dies verringert das Lohngefälle zwischen dem Werken in Sindelfingen und Bremen.

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