Schrempp-Abgang
Deutsche Bank zog die Fäden bei Daimler

Die Deutsche Bank hat den Wechsel an der Spitze beim Autokonzern Daimler-Chrysler offenbar weit stärker beeinflusst als bisher bekannt. Nach Informationen der Wirtschaftswoche gab es im Vorfeld mehrfach Treffen einflussreicher Anlegergruppen.

HB STUTTGART. "Die Deutsche Bank hat eine Rolle gespielt, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche", sagte auch Analyst Roman Mathyssek bei Global Insight in London.

Zudem, so das Magazin, habe der frühere Bankchef und jetzige Aufsichtsratsvorsitzende bei Daimler-Chrysler, Hilmar Kopper, Chrysler-Chef Dieter Zetsche gemeinsam mit dem scheidenden Vorstandsvorsitzenden Jürgen Schrempp die Führung des Gesamtkonzerns angetragen. In der Chrysler-Zentrale in Auburn Hills habe Schrempp Zetsche gebeten, sein Nachfolger zu werden. "Dieter musste keine Zehntelsekunde überlegen," sagte einer seiner Vertrauten der Wirtschaftswoche.

Die Deutsche Bank war 1926 "Geburtshelfer" der Daimler-Benz AG und seither im Aufsichtsrat vertreten. Das Geldhaus nutzte den Rücktritt von Jürgen Schrempp zum Verkauf von 35 Millionen Aktien und hält jetzt nur noch 6,9 Prozent an dem Konzern. Sie strich einen Buchgewinn von rund 300 Mill. Euro ein und profitierte außerdem vom Kurstplus der Aktie "DCX" nach Bekanntwerden von Schrempps Rückzug.

Über Jahrzehnte hinweg war die Verbindung zwischen der Deutschen Bank und dem Automobilbauer aus Stuttgart eine der Konstanten der "Deutschland AG". 1904 erwarb das Institut die ersten Anteile, und 1926 vermittelte Deutsche-Bank-Chef Emil Georg von Stauss die Fusion der Daimler-Motoren-Werke mit der Firma Benz zu Daimler- Benz.

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