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26.12.2007 
Maschinenbau

Schrott und Schrauben 2.0

von Wolfgang Gillmann

Es ist noch gar nicht lange her, da galt der Maschinenbau als langweilig, "Schrott und Schrauben" sagten junge, aufstrebende Manager - Old Economy eben. Das hat sich gründlich gewandelt. Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau glänzt als Vorzeigebranche der deutschen Investitionsgüterindustrie. Er kann die Flut der Aufträge aus dem In- und Ausland kaum bewältigen - und sucht weiter dringend Ingenieure.

Deutsche Maschinenbauer können die Flut der Aufträge kaum bewältigen. Foto: dpaLupe

Deutsche Maschinenbauer können die Flut der Aufträge kaum bewältigen. Foto: dpa

DÜSSELDORF. Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau kann mit erstaunlichen Erfolgen aufwarten: "2007 war eines der besten Jahre der Nachkriegsgeschichte", schwelgt der inzwischen ausgeschiedene Präsident des Branchenverbands VDMA, Dieter Brucklacher. Die mittelständisch geprägte Branche erwartet ein Wachstum von elf Prozent, das ist erstmals seit 1969 ein zweistelliges Plus. Und auch für das nächste Jahr rechnet der VDMA mit einem - allerdings abgeschwächten - Zuwachs bei Umsatz und Produktion. Es wäre das fünfte Aufschwungjahr in Folge, eine absolute Ausnahme für die sonst sehr zyklische Branche.

Die Branche wurde von dem Boom regelrecht überrollt. Erwartete der VDMA Ende 2006 für 2007 noch ein Plus von zwei Prozent, so musste er seine Prognose im Verlauf des Jahres mehrmals anheben. Viele Maschinenbauer sind über mehr als ein Jahr lang völlig ausgebucht, könnten gar noch mehr verkaufen, wenn die Kapazitäten es hergäben und genug knappe Zulieferteile zu beschaffen wären. Doch der Markt ist leergefegt. Bei Zulieferern wie Gießereien oder Herstellern von Kugellagern stehen die Kunden Schlange.

Die Branche profitiert davon, dass sowohl die Exporte als auch die Nachfrage aus dem Inland boomen. Bis Ende 2005 lebte die Branche vor allem vom Export. Im Ausland haben Maschinen und Anlagen "made in Germany" seit langem einen exzellenten Ruf. Knapp 75 Prozent ihres Umsatzes von rund 180 Mrd. Euro erzielt die Branche außerhalb Deutschlands und ist mit einem Anteil von 19 Prozent am Welthandel seit einigen Jahren Exportweltmeister.

Viele der knapp 6 000 Maschinenbauer haben sich hoch spezialisiert und behaupten sich in ihren Nischen als Weltmarktführer. So ist das Unternehmen des ehemaligen VDMA -Präsidenten Klingelnberg aus Hückeswagen bei Remscheid Weltmarktführer bei Maschinen zur Herstellung von Kegelzahnrädern und Europas größter Anbieter von Maschinenmessern und -sägen mit einem Umsatz von rund 120 Mill. Euro. Und die Herrenknecht AG aus Schwanau bei Freiburg führt den Markt für Tunnelbohrmaschinen an.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Der schwache Dollar zeigt erste Auswirkungen.

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