Schrumpfende Gewinne
US-Krise erfasst deutsche Unternehmen

Hoffnungen, Europa könne sich von der Konjunkturkrise in den USA abkoppeln, haben sich zerschlagen. Nach einer Serie schwacher Konjunkturdaten revidieren Analysten auf breiter Front ihre Wachstumsprognosen für den Euroraum und für Deutschland kräftig nach unten. Die großen deutschen Konzerne müssen in diesem Jahr sogar mit schrumpfenden Gewinnen rechnen.

DÜSSELDORF. Das zeichnet sich nach miserablen Ergebnissen in der laufenden Berichtssaison ab. Zuletzt schockte BMW mit einer Gewinnwarnung.

Eine Umfrage des Handelsblatts bei den Prognostikern von zehn führenden deutschen und internationalen Banken und Forschungsinstituten ergibt, dass alle ihre Erwartungen deutlich nach unten revidiert haben und für nächstes Jahr nur noch ein Wachstum von 0,9 Prozent im Euroraum erwarten -nach 1,5 Prozent in diesem und 2,7 Prozent im letzten Jahr. Die Europäische Zentralbank hatte noch im Juni ein Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent im nächsten Jahr vorausgesagt.

Europa fällt auf breiter Front noch hinter die USA zurück. Nach den aktuellen Prognosen wäre sowohl das Wirtschafts- als auch das Gewinnwachstum der Unternehmen im Euroraum 2008 niedriger als in den USA, dem Land, von dessen Häusermarkt die Finanzkrise und der Wirtschaftsabschwung ihren Ausgang genommen haben. „Der Abschwung wird den Euroraum härter treffen als die USA, weil die Geld- und Finanzpolitik dort viel entschlossener gegengesteuert hat“, meint Thomas Mayer von der Deutschen Bank unter Verweis auf kräftige Zinssenkungen und ein Konjunkturprogramm in den USA. Konjunkturforscher sehen das Wachstum der US-Wirtschaft im nächsten Jahr bei deutlich über einem Prozent.

Nach etlichen Hiobsbotschaften haben sich mit den jüngsten Halbjahresberichten Spekulationen zerschlagen, dass der Gewinneinbruch von durchschnittlich 42 Prozent im ersten Quartal bei den 30 Dax-Konzernen ein Ausrutscher ist. Im laufenden Quartal drohen nach Berechungen der Landesbank Baden-Württemberg Einbußen von mehr als 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Anstelle eines ursprünglich erwarteten Gewinnwachstums von zwölf Prozent im laufenden Jahr kalkulieren Analysten der internationalen Investmenthäuser nach Angaben des Finanzdatenspezialisten Ibes nun mit einem Minus von sieben Prozent. So rasant drehte sich der Trend zuletzt 2001. Damals brachen die Gewinne schließlich um 53 Prozent ein.

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