Schrumpfkur
General Motors trennt sich großteils von Suzuki

Die Zukunft von General Motors hängt am seidenen Faden. Milliardenverluste drohen, den US-Autobauer in die Knie zu zwingen. GM steuert mit dem Verkauf von Anteilen gegen – so wie jetzt beim japanischen Wettbewerber Suzuki. Doch der Umbau im Konzern geht noch viel weiter. Nicht mal vor der Ertragsperle macht GM Halt.

HB TOKIO/DETROIT. GM senke seine Beteiligung an Suzuki von 20,4 auf 3 Prozent, teilte der US-Konzern am Montag mit. Das Unternehmen hofft auf Verkaufserlöse von knapp 2 Mrd. Dollar (1,66 Mrd Euro). Der Gewinn aus dem Verkauf wird voraussichtlich im ersten Quartal ausgewiesen werden; der Vorsteuergewinn soll dadurch um 550 bis 750 Mill. Dollar steigen.

Suzuki selbst will den Rückkauf seiner Anteile aus vorhandenen Barmitteln finanzieren. Die Japaner teilten mit, die 92,36 Mill. Aktien würden für einen Maximalpreis von 1,97 Mrd. Dollar von GM übernommen. Die Transaktion habe keine Auswirkungen auf die Gewinnerwartungen für das in diesem Monat zu Ende gehende Geschäftsjahr. Der japanische Kleinwagenhersteller erwartet das sechste Jahr in Folge einen operativen Rekordgewinn.

Am Wochenende hatte GM mitgeteilt, sich teilweise von Suzuki zu lösen. Einen Bericht der japanischen Zeitung „Nihon Keizai Shimbun“, nach dem sich GM gänzlich zurückziehen wolle, hatte der Konzern aber verneint. „Die strategische und geschäftliche Beziehung zwischen GM und Suzuki ist solide und wird weitergehen“, hatte GM betont. Mit Suzuki will GM künftig noch bei Produktion, Entwicklung und Vertrieb zusammenarbeiten. Auch bleibt Suzuki zu 11 Prozent an der südkoreanischen GM-Tochter GM Daewoo Automotive & Technology beteiligt. GM ist seit 1981 bei dem japanischen Autobauer engagiert und gegenwärtig der größte Suzuki-Aktionär.

Analysten spekulierten bereits seit längerem, dass GM im Zuge der Neuordnung seiner Beteiligungen seinen Anteil an Suzuki reduziert. Es ist nicht die erste Transaktion dieser Art. Im Oktober war der US-Konzern bei Fuji Heavy Industries ausgestiegen. Der 20-prozentige Anteil an dem Lastwagenbauer ging an Toyota. GM hatte den Ausstieg damit begründet, dass es nicht ausreichend gemeinsame Projekte gegeben habe.

Mit der Schrumpfkur reagiert GM auf seine finanziellen Probleme. Das Unternehmen fuhr im vergangenen Jahr einen Verlust von 8,6 Mrd. Dollar ein. Der Konzern leidet seit längerem unter dem Verlust von Marktanteilen in seinem Heimatmarkt. Gestiegene Kosten für Pensionen, Gesundheit und nicht zuletzt Material verschlimmern die Lage. Derzeit versucht sich der Konzern mit einer Schrumpfkur aus der bedrohlichen Situation zu retten. 30 000 Stellen fallen binnen drei Jahren weg. Die Produktion in 12 nordamerikanischen Werken soll gedrosselt oder ganz eingestellt werden. Hinzu kommen die Anteilsverkäufe in Asien.

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