Schuhbranche
Birkenstock-Firma im Insolvenzverfahren

Das Amtsgericht Bonn hat das Insolvenzverfahren gegen die Firma von Susanne Birkenstock eröffnet. Dies bestätigte Insolvenzverwalter Christian Frystatzki dem Handelsblatt. Die Ex-Frau des Schuherben Christian Birkenstock aus der gleichnamigen Sandalen-Dynastie hatte ihr Unternehmen erst am 20. April 2004 gegründet und seitdem für viel Zwist gesorgt.

BONN. In der Folgezeit gab sich Susanne Birkenstock als erfolgreiche Unternehmerin. Sie habe eine überaus gesunde Sandale namens Beautystep entwickelt und beschäftige mit ihrer Firma SB International GmbH 200 Mitarbeiter, erzählte sie öffentlich. Ob Birkenstock den Schuh wirklich selbst entwickelt hat, ist heute strittig. Fest steht, dass ihre Firma außer ihr selbst und ihrem Lebensgefährten, Dieter Kaltwasser, keine festen Mitarbeiter beschäftigte. Am 26.6.2006 stellte SB International einen Insolvenzantrag.

Auch hinsichtlich des Verkaufserfolges gibt es höchst unterschiedliche Angaben. Birkenstock behauptete, sie habe allein 2004 rund 35 000 Stück abgesetzt. Ihr damals einziger Vertriebspartner, die DS Produkte GmbH in Hamburg, gibt an, es seien weniger als 10 000 Paar verkauft worden. Die DS Produkte GmbH hat Birkenstocks Firma zwischenzeitlich wegen Vertragsbruch verklagt und in erster Instanz gewonnen. Birkenstock führt auch einen Rechtsstreit mit ihrem zweiten Vertriebspartner, der OTC International AG in München.

Birkenstock führt derzeit ihre Geschäfte über eine neue Firma, die SB International Design in London. Vor kurzem erhielt sie eine Abmahnung des Verbands Sozialer Wettbewerb e.V. Die Wettbewerbsschützer beanstanden darin die Werbung für Birkenstocks Schuhe auf dem Shopping-Sender HSE 24. Insgesamt werden 29 Punkte abgemahnt. „Frau Birkenstock betreibt eine Irreführung der Verbraucher“, sagte Angelika Lange, die Geschäftsführerin des Vereins, im Handelsblatt. „Dass die Werbung für diese Sandalen falsch sein muss, kann man mit dem gesunden Menschenverstand nachvollziehen.“

Birkenstocks Rechtsanwalt, Richard Eimer, bestätigte dem Handelsblatt, dass Susanne Birkenstock bereits eine teilweise Unterlassungserklärung abgegeben habe. Frau Birkenstock verzichte darin unter anderem auf die Behauptung, ihre Beautysteps würden gegen Reiterhosen und Spreizfüße helfen. Rechtsanwalt Eimer: „Diese Aussagen waren auch nach meiner Auffassung wohl etwas zu positiv.“

Sönke Iwersen
Sönke Iwersen
Handelsblatt / Leiter Investigative Recherche
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