Schuhe
Crocs geht mit Plastiklatschen baden

Noch vor einem Jahr wurde der Schuhhersteller Crocs groß gefeiert. Jetzt bricht der Umsatz ein. Das war zu erwarten. Denn modisch gesehen sind seine bunten Plastiklatschen äußerst zweifelhaft. Warum auf den steilen Aufstieg jetzt der rasante Abstieg folgt.

DÜSSELDORF. Sie sind bunt, unförmig und alles andere als schön, aber 100 Millionen Menschen haben sie weltweit gekauft. Es sind die Plastiktreter mit den runden Löchern, die in den vergangenen Jahren eine regelrechte Schuhrevolution herbei geführt haben. Eigentlich waren sie als Bootsschuhe gedacht, doch dann trugen sie George W. Bush, Jack Nicholson und unzählige Ärzte, Pfleger und Krankenschwestern.

Der Hersteller Crocs hat die klassische amerikanische Erfolgsgeschichte geschrieben. Doch jetzt neigt sie sich dem Ende zu.

Das amerikanische Unternehmen kämpft seit 2007 mit einem heftigen Rückgang der Verkaufszahlen. Die ersten Warnmeldungen kamen zu einem Zeitpunkt, als die Firma zügig expandierte. Die Idee vom Gummischuh mit Löchern hatte eingeschlagen wie kaum ein anderer Schuh auf dem US-Markt zuvor. Im vergangenen Jahr fuhr Crocs aber einen Verlust von 185,1 Mio. Dollar ein, heute stellt das Unternehmen die Zahlen für das abgelaufene Quartal vor. Zudem schuldete das Unternehmen den Banken noch 19,8 Mio. Dollar, bis Ende September müssen die Kredite zurück gezahlt werden. Crocs hat es bis jetzt nicht geschafft, sich langfristig auf dem Markt zu etablieren.

Die Erfolgsgeschichte der Plastiktreter beginnt auf einem Segelboot vor den karibischen Inseln. Scott Seamans zeigt seinen Freunden George Boedecker und Duke Hanson den leichten und rutschfesten Schuh aus Granulat, den er in Kanada kurz zuvor entdeckt hatte. Im Anschluss an die Reise gründen sie die Firma Crocs Inc. und stellen die Schuhe 2002 auf einer Bootsmesse in Florida zum ersten Mal vor.

Schnell wird klar, dass der Funktionsschuh auch in der Modewelt Erfolg hat. Hobbygärtner und Modefreaks mit einem Hang zum Außergewöhnlichen kaufen ihn. Der Schuh löst einen regelrechten Hype aus und wird zum Kultobjekt. Der Erfolg auf dem amerikanischen Markt führt zur Expansion. Vorstandschef Ron Snyder beginnt 2004, den Verkauf in anderen Ländern voran zu treiben. Dazu gehört die Eröffnung von Produktionsstätten in Brasilien, Mexico und China und einem Vertriebszentrum in Holland und in Japan. Immer mehr Crocs-Geschäfte säumen die Einkaufsstraßen der Welt.

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