Schulden sollen refinanziert werden
MAN zapft den Kapitalmarkt an

Der Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern MAN wird erstmals eine Anleihe begeben und will damit seine Schulden refinanzieren.

HB FRANKFURT. Die federführenden Banken Deutsche Bank und Hypo-Vereinsbank teilten am Donnerstag in London mit, am 21. November beginne die Präsentation für potenzielle Investoren (Road Show). Danach sei mit der Begebung der Anleihe zu rechnen. Das Volumen wird von Managern aus dem Bankenkonsortium mit 500 Millionen Euro veranschlagt. Die Laufzeit beträgt sieben Jahre. Ein Sprecher von MAN erklärte, das Unternehmen plane keine Sonderprojekte. „Es ist ein Instrument zur allgemeinen Refinanzierung.“

Analysten und Börsianer begrüßten die Emission. Nach Einschätzung von Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler ist die Anleihe richtig und gut. „Viele Unternehmen nutzen derzeit die günstigen Marktbedingungen, um ihre Schuldenseite zu optimieren“, sagte Pieper. An den Kapitalmärkten wird derzeit nicht mehr mit weiteren Zinssenkungen gerechnet, sondern schon wieder mit Zinserhöhungen. Daher haben in den vergangenen Monaten eine Reihe von Unternehmen diese Zins-Talsohle genutzt, um über die Begebung von Anleihen ihre Refinanzierung zu verbessern. Erst Anfang dieser Woche hatte der Spezialchemiekonzern Degussa eine Euro-Benchmark-Anleihe - also mindestens ein Volumen von 500 Millionen Euro - angekündigt. Degussa will damit fällige Finanzierungen ersetzen und die durchschnittliche Laufzeit der Finanzverbindlichkeiten verlängern.

Auch an der Börse wurde die Ankündigung positiv aufgenommen. Der Aktienkurs von MAN stieg in einem freundlichen Umfeld in der Spitze um 2,3 Prozent auf 23,45 Euro. Ein Börsianer erklärte, durch die Anleihe werde der Shareholder Value nicht beeinträchtigt. Erhard Schmitt, Analyst von Helaba-Trust, spielte auf noch einen Aspekt der Emission an. „Mit dem Eintritt von MAN auf dem Anleihemarkt wächst die Verpflichtung des Konzerns zur Information der Investoren. Somit könnte sich die Transparenz noch weiter erhöhen“, sagte Schmitt. MAN hatte am Vortag dank einer deutlichen Verbesserung im Nutzfahrzeuggeschäft einen gut 26-prozentigen Anstieg seines Vorsteuerergebnisses bekannt gegeben. Zudem bekräftigte der in München ansässige Konzern trotz erheblicher Belastungen im Druckmaschinengeschäft und einem Ergebnisrückgang bei Dieselmotoren seine Jahresprognose. Die krisengeschüttelte Bussparte solle bereits 2004 - ein Jahr früher als bislang erwartet - wieder schwarze Zahlen schreiben.

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