Schuldenabbau
Anleihe-Gläubigern von GM droht herber Verlust

Die Anleihengläubiger von General Motors werden wohl nicht vom Rettungspaket der US-Regierung profitieren. Denn der Autokonzern muss seine Schulden abbauen, um durch die Krise zu kommen. Den Anlegern drohen heftige Abschläge auf ihre Anleihen.

FRANKFURT. Den Besitzern von Anleihen des US-Autokonzerns General Motors (GM) drohen herbe Verluste. Der republikanische US-Senator Bob Corker schlug vor, die geforderte Staatshilfe für GM in Höhe von 10 Mrd. Dollar unter anderem davon abhängig zu machen, dass Anleihegläubiger auf 70 Prozent des normalen Rückzahlbetrags der Wertpapiere verzichten. Auch der Autobauer schlug vor, die Schuldenlast von 62 Mrd. Dollar auf dann 30 Mrd. Dollar zu reduzieren.

Damit schwinden die Hoffnungen für Bond-Besitzer, im Falle einer staatlichen Stützung ungeschoren davonzukommen. Davon wären auch viele deutsche Anleger betroffen. „Ohne eine deutlich niedrigere Schuldenlast wird GM nicht überleben können“, sagt Sven Kreitmair, Kreditanalyst von Unicredito. Auch Ratingagenturen sind überzeugt, dass es auf jeden Fall zu einem Teilausfall der Schuldverschreibungen kommt. Standard & Poor’s (S&P) senkte die Bonitätsnote um vier Stufen auf „CC“.

„Der wahrscheinlichste Fall ist, dass GM anbietet, einen Teil oder alle ausstehenden Schulden in Aktien oder neuen Anleihen mit einem sehr großen Abschlag umzutauschen“, teilte S&P mit. Selbst nach einer staatlichen Kapitalspritze und einer Umschuldung wäre der Konzern noch immer hoch ausfallgefährdet, warnen die Ratinganalysten.

Denn Geschäftsrisiken wie die sinkende Nachfrage nach Autos, sowie die ungewissen Aussichten einer nötigen Sanierung und Neuorientierung seien nach wie vor vorhanden. Entsprechend hoch sind die Kosten einer Kreditausfallversicherung für GM. Um Anleihen im Umfang von 10 Mio. Dollar fünf Jahre vor einer Pleite zu schützen, mussten Anleger am Freitag 7,92 Mio. Dollar vorab zahlen, sowie 500 000 Dollar pro Jahr.

„Auf eine freiwillige Umschuldung, bei der Anleger auf zum Beispiel. 70 Prozent des Anleihe-Nennwerts verzichten müssen, werden sich ohne richtige Drohkulisse die Wenigsten einlassen“, glaubt Kreitmair. Die Drohkulisse, GM in Insolvenz gehen zu lassen, müsse schon da sein. „Denn solange sie darauf hoffen können, dass der Staat GM rettet, besteht für sie noch Hoffnung, dass ihre Anleihen gänzlich zurückgezahlt werden könnten“, sagte er.

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