Schuldenabbau: Haniel versilbert Metro-Aktien

Schuldenabbau
Haniel versilbert Metro-Aktien

Haniel hat 2007 mehrere Milliarden in Metro-Aktien investiert. Obwohl der Aktienkurs heute auf einem deutlich niedrigeren Niveau liegt, wurde der Anteil nun reduziert. Grund ist der riesige Schuldenberg.
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DuisburgMetro-Großaktionär Haniel musste mehr als fünf Jahre nach seinem teuer erkauften Aufstieg zum größten Aktionär des Handelskonzerns etliche Aktien versilbern. Um von seinem damals aufgetürmten Schuldenberg weiter herunterzukommen, verkaufte Haniel über die Börse knapp 14 Millionen Metro-Aktien und erlöste damit rund 300 Millionen Euro. Das teilte das Duisburger Familienunternehmen am Mittwoch mit.

Die Beteiligung am Handelskonzern sinkt dadurch von gut 34 auf 30 Prozent. Die Metro kann sich über einen höheren Streubesitz freuen, der aber nur einer von mehreren Faktoren beim angestrebten Wiederaufstieg in den Dax ist. Beobachter halten eine schnelle Rückkehr in die erste deutsche Börsenliga für unwahrscheinlich.

Für Haniel müsse es um eine Schadensbegrenzung gehen, sagte die Vize-Hauptgeschäftsführerin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Jella Benner-Heinacher, der dpa. Haniel habe im Jahr 2007 mit der milliardenschweren Anteilsaufstockung bei der Metro AG in Zeiten eines hohen Aktienkurses sehr viel Geld auf eine einzige „Karte“ gesetzt. „Das war ein Ausflug in den Größenwahn“, verdeutlichte sie.

Der teuer aufgestockte Minderheitsanteil an dem Dax-Unternehmen Metro habe auch nicht zu der Tradition gepasst, mittelständische Unternehmen groß zu machen. Im Grunde seien Werte vernichtet worden. Der Aktienkurs habe 2007 um ein mehrfaches über dem heutigen Niveau gelegen, zu dem einige Aktien verkauft wurden.

An der Börse sorgte der Vollzug des Aktienverkaufs am Mittwoch für Kursgewinne. Die Metro-Stammaktie stieg in der Spitze um fast fünf Prozent auf gut 23,58 Euro und stand damit im MDax ganz oben. Haniel hatte den Schritt bereits im November angekündigt, sich aber einen langen Zeitrahmen von 18 Monaten gesetzt. Dass der Verkauf so schnell kam, habe Unsicherheit aus dem Markt genommen, sagte ein Händler.

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Familienunternehmen in der Zwickmühle

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