Schuldenabbau
Rio Tinto stößt Verpackungssparte ab

Der Bergbau-Konzern Rio Tinto muss seinen Schuldenberg abbauen und verkauft darum weitere Teile seiner Alcan-Vermögenswerte. Für rund zwei Milliarden Dollar soll die Verpackungssparte an den australischen Verpackungsspezialist Amcor verkauft werden. Auch wenn der Deal gelingt: In der Krise geht der Schuldenabbau nur schleppend voran.

DÜSSELDORF. Der britisch-australische Bergbaukonzern Rio Tinto stößt weitere Teile seiner Alcan-Vermögenswerte ab. Für gut zwei Milliarden Dollar will der australische Verpackungsspezialist Amcor wesentliche Teile des Alcan-Verpackungsbereiches übernehmen und hat dafür ein bindendes Angebot abgegeben. Durch die Übernahme soll eine der führenden Gesellschaften im Verpackungssektor entstehen. Rio wiederum hilft das Geschäft beim Abbau seines riesigen Schuldenbergs. Die Finanzkrise und die fallenden Rohstoffpreise hatten dem weltweit zweitgrößten Bergbaukonzern zuletzt einen Strich durch seine Finanzplanung gemacht.

An der Börse wurden Rios Bemühungen honoriert: Die Aktie legte zeitweise um mehr als drei Prozent zu, entwickelte sich aber im Verlauf des Tages schwächer. Die Amcor-Aktie war an der Börse Sydney vom Handel ausgesetzt.

Bereits Anfang Juli hatte Rio Tinto sein Lebensmittel-Verpackungsgeschäft in den USA an das amerikanische Unternehmen Bemis verkauft und damit seinen Schuldenberg um 1,2 Mrd. Dollar verringert. Der Rohstoffkonzern hatte mit der Übernahme des kanadischen Aluminiumherstellers Alcan im Jahr 2007 Schulden in Höhe von 38 Mrd. Dollar angehäuft. Das Geschäft hatte Rio im Aluminiumbereich weltweit an die Spitze katapultiert.

Ursprünglich wollte Rio-Tinto-Chef Tom Albanese die als besonders renditeschwach geltende Alcan-Verpackungssparte gleich weiterverkaufen, war damit aber nicht zum Zuge gekommen. Im Juni hat sich die Gesellschaft daher über eine Kapitalerhöhung gut 15 Mrd. Dollar beschafft. Mit Verkäufen diverser Minen und Geschäftsfelder wollte Rio Tinto ursprünglich die Schuldenlast bis zum Jahresende um zehn Mrd. Dollar reduzieren.

Das dauert nun länger. Grund dafür ist vor allem die Finanzkrise und die dadurch ausgelösten Verluste und Turbulenzen an den Finanz- und Rohstoffmärkten.

„Wir haben in den zurückliegenden 18 Monaten Abmachungen über Vermögensverkäufe von 6,6 Mrd. Dollar erreicht, ungeachtet der schwierigen Lage an den Finanzmärkten“, sagt Guy Elliott, Finanzchef von Rio Tinto laut Presserklärung. „Wir glauben, dass das Angebot von Amcor im Interesse der Aktionäre liegt.“ Amcor gehöre zu den führenden Unternehmen im weltweiten Verpackungssektor, so Elliott.

Der australische Verpackungsspezialist wird nach eigenen Angaben keine Schulden von Alcan mit den Geschäftsteilen übernehmen. „Dieser Kauf passt genau zu unseren strategischen Wachstumsplänen“, lobte Amcor-Chef Ken MacKenzie. Sein Unternehmen sei trotz der schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen finanziell in einer soliden Position. „Für Akquisitionen ist jetzt die richtige Zeit im wirtschaftlichen Zyklus“, sagte MacKenzie laut der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Bewertungen seien heute deutlich niedriger als noch vor einigen Jahren.

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