Schuldenabbau Rosskur bei Rusal

Der Aluminiumkonzern, einst Gewinnbringer des Imperiums von Oleg Deripaska, hat seine Strategie radikal umgebaut und will nicht mehr zukaufen. Sie gilt zumindest solange, bis der Schuldenberg von 12 Milliarden Dollar weitgehend abgebaut ist.
  • Florian Willershausen
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Oligarch Deripaska: Neue Bescheidenheit. Quelle: ap

Oligarch Deripaska: Neue Bescheidenheit.

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MOSKAU. In letzter Zeit sieht man Oleg Deripaska, das Arbeitstier unter Russlands Oligarchen, nur noch selten in der Konzernzentrale von Rusal. Der 42-jährige Haupteigentümer hatte in der Krise das Ruder beim weltgrößten Aluminiumhersteller übernommen. Nun zieht er sich zurück, um seinem fünf Jahre jüngeren Vize Wladislaw Solowjew das operative Geschäft zu überlassen - einem Top-Manager, der als neuer Rusal-Chef gehandelt wird.

Deripaskas Kronprinz, der perfekt Englisch spricht, kam im April dieses Jahres zu Rusal. Zuvor war er im Deripaska-Imperium für den Energiekonzern En+ zuständig. Für die Verwüstungen, die die Krise bei Rusal hinterlassen hat, war Solowjew folglich nicht verantwortlich.

Der Mann hat eine weiße Weste - und wie kein Zweiter steht er für die neue Strategie des Aluriesen: Weg vom extensiven Wachstum, hin zu mehr Effizienz und Qualität - das ist die Marschrichtung für die nächsten Jahre. Sie gilt zumindest solange, bis der Schuldenberg weitgehend abgebaut ist.

"Es war ein weltweites Wettrennen"

Die neue Bescheidenheit im Rusal-Hauptquartier muss ungewohnt sein für die erfolgsverwöhnten Manager des Konzerns. Bis 2008 hatte Rusal praktisch jeden zweiten Monat eine neue Aluminiumschmelze in Betrieb genommen und Betriebe von Jamaika bis Nigeria zugekauft. "Es war ein weltweites Wettrennen", rechtfertigt Solowjew die Expansion der Vorkrisenzeit, "wenn wir weniger Werke gebaut oder Fusionen vermieden hätten, wären wir nie zum weltgrößten Aluminiumhersteller geworden."

Als dann aber die Rohstoffpreise einbrachen und zudem das 2008 erworbene 25-Prozent-Paket an Norilsk Nickel im Wert verlor, warf ein Schuldenberg in Höhe von 17 Milliarden Dollar seinen Schatten auf den Konzern. Jetzt gilt es, mit kleineren Ersatzinvestitionen die Effizienz zu steigern und vor allem den Energieverbrauch zu senken.

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