Schuler und Weingarten
Pressenhersteller gehen zusammen

Der Göppinger Karosseriepressen-Hersteller Schuler steht im zweiten Anlauf nun doch vor der Übernahme des Konkurrenten Müller Weingarten. Dieser wiederum begräbt seine eigenen Expansionspläne damit.

HB STUTTGART. Schuler teilte am Mittwoch in Stuttgart mit, ein bisher treuhänderisch beim Bankhaus Metzler geparktes Aktienpaket von knapp 65 Prozent an Müller-Weingarten erworben zu haben. Die vollständige Übernahme des oberschwäbischen Wettbewerbers sei bis Jahresende vorgesehen und soll insgesamt bis zu 75 Mill. Euro kosten.

Das fusionierte Unternehmen mit zunächst rund 6000 Mitarbeitern soll Schuler Weingarten AG heißen und in Göppingen sitzen, dem Firmensitz von Schuler. Dem Zusammenschluss fielen binnen drei Jahren bis zu 450 Stellen zum Opfer.

Vor Jahren waren die Ambitionen von Schuler bei dem größten Konkurrenten am Einspruch des Bundeskartellamts gescheitert. Nun haben die Kartellwächter grünes Licht für einen Konzern gegeben, der auf einen Umsatz von mehr als 900 Mill. Euro und einen Weltmarktanteil von rund 35 Prozent kommt.

„Die fusionskontrollrechtliche Zulässigkeit der Transaktion ist positiv geklärt“, sagte Schuler-Vorstandschef Jürgen Tonn. Ein Sprecher von Müller Weingarten sagte, das Bundeskartellamt habe seine Bedenken wegen der veränderten Marktbedingungen aufgegeben. Die verstärkte Nachfrage nach billigen Pressen durch die Automobil-Hersteller habe bei Hochtechnologie-Pressen zu Umsatzeinbußen und Marktanteilsverlusten geführt. Konkurrenten von Schuler und Müller-Weingarten sind die japanische Komatsu und die zum koreanischen Autohersteller Hyundai gehörende WIA.

Der erst seit August als Vorstandschef bei Müller Weingarten amtierende frühere Ford-Manager Rolf Zimmermann wollte das Unternehmen mit Stellenkürzungen und einer Expansion in die USA und China bis 2008 wieder in die Gewinnzone führen. „Ein Alleingang bietet mehr Risiken als der Zusammenschluss“, räumte Zimmermann aber ein. Die Fusion biete bessere Chancen, sich zu behaupten, da die Marktpräsenz in den Wachstumsmärkten Asien und Osteuropa steige und Synergieeffekte gehoben werden könnten. „Obwohl dieser Merger rein rechtlich eine Übernahme ist, haben wir daraus jedoch faktisch ein partnerschaftliches Zusammengehen gemacht“, sagte Zimmermann.

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