Schultaschenhersteller Sternjakob
Im Reich der Ranzen

Mit seinen quietschbunten Schultornistern ist Scout seit Jahren Marktführer über alle Schulklassen unter den Herstellern von Schultaschen. Was macht die Ranzen des Pfälzischen Unternehmens Sternjakob so erfolgreich? Auf den Spuren einer Erfolgsstory.

FRANKENTHAL. Schnurstracks geht die Sechsjährige auf den knallrosafarbenen Schulranzen zu. Die vielen Elfen, Schmetterlinge und Seerosen auf der Vorderseite haben es ihr angetan, und dann gibt es sogar noch einen Anhänger mit denselben Motiven. Der Verschluss ist quietschgelb, die Seitentaschen leuchten orange wie die Müllabfuhr.

Begeistert wippt das dunkelhaarige Mädchen an der Ladentheke des Düsseldorfer Schreibwarengeschäfts auf und ab. „Darf ich den haben?“ fragt sie ihre Mutter aufgeregt. Die weicht aus: „Hmmm, der ist ganz schön. Aber wie findest du diesen?“ fragt sie und deutet auf ein deutlich schlichteres Modell, dieselbe Marke, dieselbe Form – dafür aber wesentlich weniger bunt, eben die Limited Edition der Firma Scout.

800 000 ABC-Schützen werden laut Statistischem Bundesamt dieser Tage eingeschult, in Hessen starten sie am 21. August, in Bayern und Baden-Württemberg am 11. September. Das sind 800 000 Entscheidungen über bunt oder uni, schrill oder schlicht, Pfälzer Scout oder hessischer Mc Neill des Konkurrenten Thorka. Die beiden deutschen Unternehmen decken nach Zahlen aus der Branche zusammen drei Viertel des Marktes ab. Scout ist seit Jahren Marktführer über alle Schulklassen unter den Herstellern von Schultaschen. Was macht die Ranzen so erfolgreich? Eine Spurensuche in der Branche:

„Der Erfolg ist mit Sicherheit historisch bedingt“, schätzt Peter Tondera, Inhaber des Ledereinzelhandels Hausfelder. „Es gibt nur sehr wenige Marken im Ranzengeschäft. Scout hat es verstanden, seine Marke über Jahrzehnte zu pflegen.“ Scout, das ist die Marke des pfälzischen Taschenherstellers Alfred Sternjakob in Frankenthal.

Für Geschäftsführer Dieter Liebler ist der Tornister mehr als nur ein bloßes „Schulbuchbehältnis“. Vom Kauf spricht der grauhaarige Mann im dunklen Sakko wie von einer Wissenschaft. Wer darf entscheiden, wie muss er aussehen, was soll ein Ranzen können? Sogar eine Diplomarbeit hat er darüber anfertigen lassen. „Die Einschulung ist das erste große Ereignis im Leben eines Kindes“, sagt er. „Der Ranzen hat daher eine große Symbolkraft für Kinder.“

Und die gilt es zu ermitteln : Jedes Jahr arbeiten Scout-Designer, Marketingleute und Vertriebler über Monate darauf hin, dass das Schulanfangsgeschäft ein Erfolg wird. Sie machen zig Entwürfe und einigen sich am Ende nur auf wenige. Ein schwieriges Procedere, sagt Liebler, weil das, was sich Erwachsene ausdenken, Kindern nicht unbedingt gefällt.

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