Schuster soll indischen Behörden zwei Millionen Euro geboten haben
Ex-VW-Manager wollte Geld zurückzahlen

Der entlassene Skoda-Manager Helmuth Schuster, der in die VW-Affäre verstrickt sein soll, wollte offenbar zwei Millionen Euro an indische Regierungsstellen zurückzahlen. Der Geldtransfer sei allerdings gescheitert, hieß es in einer ARD-Sendung.

HB NEU DEHLI. Schuster habe bereits nach seiner Entlassung versucht, das Geld an die Regierung des südindischen Bundesstaats Andhra Pradesh zu überweisen. Dies sei jedoch laut vorliegenden E-Mails daran gescheitert, dass es Schuster nicht gelungen sei, über eine Tarnfirma in Angola Geld nach Indien zu transferieren, berichtete der Rundfunksender NDR Info am Samstag.

Die Bundesstaats-Regierung hatte auf Anforderung Schusters zwei Millionen Euro an eine Firma namens Vashishta Wahan gezahlt. Sie ging dabei nach eigenen Angaben davon aus, dass Vashishta Wahan zu VW gehörte. Laut VW ist der Autokonzern an einer solchen Firma aber nicht beteiligt. Nach ARD-Informationen ist Vashishta Wahan eine indische Tarnfirma Schusters. Laut Recherchen des Senders habe Schuster das Geld Anfang Februar außer Landes schaffen lassen.

Die Regierung Andra Pradeshs habe nach Schusters Entlassung die zwei Millionen wiederhaben wollen, bestätigte auch Vashishta-Wahan- Gründer und Ex-VW-Berater Ashok Jain der ARD. Schuster habe sich Ende Juni erfolglos um einen Termin beim Industrieminister der Provinz bemüht. Laut Recherchen des ARD-Magazins „Panorama“ wollte Schuster eine Firma mit rechtsgültigen Export-Verträgen für Angola verkaufen und erhoffte sich daraus Erlöse von drei Millionen Euro. Die indische Zentralregierung in Neu Delhi lässt in der Affäre inzwischen das Bundeskriminalamt CBI ermitteln.

Unterdessen meldet der "Spiegel", dass VW-Personalvorstand Peter Hartz seinen Posten im Zuge der Korruptionsaffäre bei Volkswagen zum 1. August abgeben werde. Es sei offen, welchen rechtlichen Anspruch er auf finanzielle Leistungen des Konzerns habe, berichtete das Nachrichtenmagazin. Hartz habe im Jahr 2002 einen neuen Fünf-Jahres-Vertrag erhalten, der bis 2007 läuft. VW-Juristen prüften jetzt aber mit Blick auf sein Alter, ob dies rechtmäßig war. Ein VW-Sprecher wollte sich nicht zu dem Bericht äußern.

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