Schwache Auftragslage
Wirtschaftskrise beutelt Metallindustrie

Die Wirtschaftskrise hat die Metallindustrie fest im Griff. Thyssen-Krupp muss sparen, die Norddeutsche-Affinerie schickt Mitarbeiter auf Kurzarbeit und Deutschlands größte Aluminiumfabrik wird nun dicht gemacht.

DÜSSELDORF Nach jahrelangem Gezerre verordnete Norsk Hydro-Chef Eivind Reiten nun, dass das Aluminiumwerk in Neuss mit einer Jahreskapazität von 230 000 Tonnen in den kommenden zwei Monaten auf Null zurückgefahren wird. Die jährliche Kapazität wird damit um weitere zehn Prozent auf etwa 1,3 Mio. Tonnen eingedampft werden. Für die meisten der rund 650 Mitarbeiter soll nun Kurzarbeit vereinbart werden.

Auch wenn ein Sprecher betonte, dass die Anlagen nur „eingemottet“ werden, verdichten sich die Anzeichen, dass das Rheinwerk endgültig dicht gemacht wird. Grund sind die hohen Strompreise in Deutschland, die die Aluminiumproduktion um rund ein Drittel teurer machen als in Norwegen. Auf seinem Heimatmarkt kann Hydro auf günstige Wasserkraft als Energiequelle zurückgreifen.

Aus hochrangigen Konzernkreisen verlautete, dass eine endgültige Stilllegung des Rheinwerkes diskutiert werde. Eine Entscheidung gebe es zwar nicht. Aber bei der nächsten Board-Sitzung am 17. Februar werde über das Thema wieder geredet werden. Ein Sprecher betonte indes, dass es von der wirtschaftlichen Entwicklung abhänge, wie mit dem Werk in Neuss verfahren werde. Derzeit macht das Rheinwerk täglich einen Verlust von 300 000 Euro.

Mit seinen Sorgen steht das Rheinwerk nicht alle da: Auch die Beschäftigten bei Thyssen-Krupp Steel müssen sich Gedanken über ihre Zukunft machen. Deutschlands führender Stahlkocher will rund 400 Mio. Euro sparen und plant dazu auch den Abbau von Arbeitsplätzen. Über den Umfang soll in den kommenden sechs Monten beraten werden, wie ein Sprecher sagte. Die Einschnitte sind Teil eines konzernweiten Sparpakets, das ein Volumen von einer Mrd. Euro hat.

Mit einer schwachen Auftragslage ringt auch die Norddeutsche Affinerie (NA), die alle 400 Beschäftigten der deutschen Tochter Prymetall auf Kurzarbeit schickt Bislang hatte sich Europas größte Kupferhütte noch resistent gegen die Auswirkungen der Wirtschaftskrise gezeigt. Vorstandschef Bernd Drouven hatte seine Zuversicht mit einer ungebrochen guten Nachfrage der Energiekonzerne begründete. Zu schaffen macht der NA die Probleme der Automobilindustrie, die zwischen 10 und 15 Prozent zum Konzernumsatz beisteuert.

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