Schwache Automobilnachfrage
Autozulieferer ElringKlinger dämpft Erwartungen für 2005

Der Automobilzulieferer ElringKlinger hat seine Geschäftserwartungen wegen der schleppenden Branchenkonjunktur für 2005 zurückgenommen. Für die kommenden Jahre ist das auf Dichtungen und Abschirmteile spezialisierte Unternehmen zuversichtlicher.

rtr STUTTGART. „Das Jahr 2005 ist verhalten angelaufen“, sagte der seit Ende Januar amtierende Vorstandschef Stefan Wolf am Dienstag in Stuttgart. Spätestens im dritten Quartal rechne ElringKlinger jedoch mit einem Aufholeffekt. Nach mäßigen Zuwächsen bei Gewinn und Umsatz in diesem Jahr ließen die Erholung des Marktes und die weltweit höhere Nachfrage nach Dieselmotoren 2006 und 2007 hohes organisches Wachstum zu. Wolf kündigte an, die Dividende in den nächsten drei Jahren um je 25 Cent je Aktie anzuheben. Für 2004 schüttet ElringKlinger 1,75 (2003: 1,50) Euro je Aktie aus.

An der Börse zogen die im Kleinwerte-Segment SDax notierten Aktien des Automobilzulieferers in einem gut behaupteten Markt an. Die Papiere legten um 4,3 Prozent auf 67,40 Euro zu.

Mit Rücksicht auf die weiterhin schwache Automobilnachfrage dämpfte ElringKlinger die bisherigen Prognosen für 2005. Bis zum Jahresende stellte Vorstandschef Wolf einen Umsatzanstieg auf 468 Millionen Euro (plus 3,2 Prozent) und einen Zuwachs von 4,7 Prozent auf 44,6 Millionen Euro beim Überschuss in Aussicht. Im Februar hatte Wolf noch einen Umsatzzuwachs von fünf bis sieben Prozent und einen Anstieg beim Überschuss um zehn bis 15 Prozent in Aussicht gestellt. „Die Schwäche der Automobilindustrie geht an uns nicht spurlos vorbei“, sagte ein Sprecher. ElringKlinger macht 70 Prozent seines Umsatzes im Erstausrüstungsgeschäft mit den Herstellern.

2004 hatte ElringKlinger den Umsatz um 8,8 Prozent auf 453,5 Millionen Euro und den Überschuss um 56,8 Prozent auf 42,6 Millionen Euro gesteigert. Die gestiegenen Rohstoffpreise, etwa für Stahl, waren durch höhere Produktivität und wachsende Marktanteile in den USA und Asien mehr als kompensiert worden.

Dividende soll jährlich steigen

In den nächsten Jahren werde das Unternehmen durch neue Produkte und steigende Marktanteile unter strenger Kostenkontrolle organisch wachsen, sagte Wolf. Zukäufe seien möglich, stünden aber nicht im Vordergrund. „Wir wollen keine Umsätze zukaufen“, sagte der Vorstandschef. Wichtiger sei eine höhere Ertragskraft. Bei den Personalkosten beispielsweise gebe es Spielraum für Kostensenkungen. Betriebsbedingte Kündigungen sind bei ElringKlinger bis 2010 ausgeschlossen.

Den Unternehmensprognosen zufolge soll die Nachsteuerrendite bis 2007 auf 10,4 Prozent von zuletzt 9,4 Prozent des Umsatzes steigen. Der Umsatz soll aus eigener Kraft bis dahin eine halbe Milliarde Euro erreichen. Als Überschuss sollen dann 51,9 Millionen Euro erwirtschaftet werden. Die Dividende werde jährlich um 25 Cent je Aktie bis auf 2,50 Euro steigen, versprach das Unternehmen.

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